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Deutschlands Wasserwirtschaft Warum Infrastrukturen schneller erneuert und modernisiert werden sollten

| Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Die Versorgung mit Trinkwasser? Das Aufbereiten der Abwässer? Deutschland ist hier bestens aufgestellt. Für den Erhalt unserer leistungsfähigen Infrastrukturen muss natürlich investiert werden. Was raten die Experten? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat dazu eine Studie mit interessanten Ergebnissen gefördert.

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Was ist zu tun, damit die Wasserversorgung zukunftsfähig bleibt?
Was ist zu tun, damit die Wasserversorgung zukunftsfähig bleibt?

Deutschland ist geprägt von der lokalen und regionalen Struktur seiner wasserwirtschaftlichen Anlagen: Nicht weniger als rund 6000 Wasserversorgungsunternehmen mit ihren jeweiligen Wasserversorgungsanlagen sowie geschätzt 10 000 Kläranlagen machen dies mehr als deutlich. Für einen zukunftssicheren Betrieb dieser Anlagen sind insbesondere die Aspekte Verfahrenstechnik, Automatisierung, Betriebs- und Instandhaltungsstrategie sowie Energieeffizienz von entscheidender Bedeutung. Gerade durch neue Anforderungen aus Umwelt, Gesellschaft und Politik kommt der Neu- bzw. Weiterentwicklung innovativer Verfahren und deren Markteinführung eine entscheidende Rolle zu.

Hoher Veränderungsdruck

Um den Handlungsbedarf zu erkennen und darauf frühzeitig reagieren zu können, hat das BMBF die Fördermaßnahme „Intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasser­entsorgung“ (INIS) mit insgesamt 33 Millionen Euro finanziert. Die Botschaften daraus lassen sich so zusammenfassen: Es besteht ein hoher Investitionsbedarf verbunden mit einem deutlichen Veränderungsdruck!

Das liegt zum einen am immensen Anlagenvermögen der Infrastrukturen, deren Erhalt und Erneuerung großer Aufwendungen bedarf. Die Fachverbände der Wasserwirtschaft schätzen, dass derzeit jährlich sechs bis sieben Milliarden Euro in Anlagen und Netze investiert werden. Das ist viel Geld, ist aber nicht ausreichend: Mit Blick auf die aktuellen Netz­erneuerungsraten müssten nämlich die Investitionen doppelt so hoch sein. Man sieht das aber nicht, weil diese Infrastrukturen größtenteils unsichtbar im Boden verborgen sind.

Worin besteht nun der erkannte Veränderungsdruck? Stichworte hier sind der Klimawandel, thematisch verbunden mit der Energiewende; hinzu kommen die demografischen Veränderungen und das wachsende Problem der unerwünschten Spurenstoffe wie Arzneimittel, Industriechemikalien oder Pflanzenschutzmittel.

Zentrale Botschaften der Experten

Man kann die bestehenden In­frastrukturen natürlich nicht einfach ersetzen – aber eine Optimierung des Bestands ist erforderlich. Dazu müssen die Planer aber auf neue Wege setzen. Herkömmliche Planungsprozesse mit langen Zeit­horizonten haben statische Lösungen und vielfach überdimensionierte Anlagen hervorgebracht. Diese Lösungen sind verantwortlich für die gegenwärtig hohen Fixkosten für Unterhalt und Betrieb unserer Infrastrukturen, und genau hier verbergen sich große Optimierungspotenziale. Die Herausforderung liegt darin, die Leistungsfähigkeit des Systems unter verschiedenen Belastungssituationen zu sichern.

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