Lehren aus der Pandemie Warum in Corona-Zeiten produzieren in Deutschland ein Vorteil ist

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Wir waren gezwungen Prozesse neu zu denken, sagt Diosna-CEO Henrik Oevermann. Welche Stärken die Pandemie befördert hat, warum Risikomanagement wichtiger geworden ist und warum er jetzt neue Leute sucht, verrät im nachfolgenden Interview.

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Henrik Oevermann, Geschäftsführer der Diosna Dierks & Söhne
Henrik Oevermann, Geschäftsführer der Diosna Dierks & Söhne
(Bild: Diosna)

Bitte beschreiben Sie das Jahr 2020 in Bezug auf Ihr Unternehmen in drei Wörtern beschreiben?

Oevermann: Neuartig, herausfordernd, nicht wiederholbar.

Können Sie das näher erklären?

Oevermann: Es war eine komplett neue Situation und nach menschlichem Ermessen bis zum damaligen Zeitpunkt nicht vorstellbar, dass uns eine solche Situation trifft. Es war herausfordernd, denn es galt, viele wohlüberlegte und weitgreifende Entscheidungen zu treffen. Dabei mussten nicht nur das Wohl des Kunden und des Unternehmens, sondern auch gesundheitliche Aspekte berücksichtigt werden, die über das bereits vorhandene Gesundheitsmanagement hinaus gingen.

Mit „nicht wiederholbar“ meine ich, dass uns die Pandemie gezwungen hat, Prozesse neu zu denken. Als ich im März 2020 in einem Interview gefragt wurde, ob unsere Lieferfähigkeit gefährdet sei, konnte ich dies klar verneinen. Dank unserer guten innerbetrieblichen Strukturen und unseres Netzwerkes hat sich diese Aussage bestätigt. Wir haben deutlich gemerkt, wo unsere Stärken liegen, wie wichtig unsere interne und externe Kommunikation ist, um schnell ins Handeln zu kommen und welche Schritte notwendig sind, um auch zukünftig mit unserem engagierten Team wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehört ein umfassendes Risikomanagement, das es uns ermöglicht, besser und unverzüglich auf unvorhergesehene Entwicklungen zu reagieren.

Wie ist es Diosna gelungen, trotz der großen Herausforderungen des letzten Jahres Umsatzeinbußen zu vermeiden?

Oevermann: Dazu haben mehrere Faktoren beigetragen. Zum einen hatten wir einen sehr soliden Auftragsbestand und es gab eine Verlagerung innerhalb der Kundengruppen. Die Umsatzeinbrüche im Handwerk und semi-industriellem Bereich wurden durch die gesteigerte Nachfrage der Industrie nahezu komplett ausgeglichen. Da wir schon immer sehr eng mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um auf eine abgesicherte Lieferkette zurückgreifen zu können, war es uns auch möglich, alle Aufträge zu erfüllen.

Zusätzlich bietet der Produktionsstandort Deutschland gerade in Corona Zeiten viele Vorteile. Außerdem hat es sich bestätigt, wie wichtig unsere Entscheidung ist, unseren hohen Qualitätsstandard „Made in Germany“ mit aller Konsequenz zu leben. Dieser Anspruch wird von unseren motivierten Mitarbeitern in allen Bereichen umgesetzt und durch ihr eigenverantwortliches und umsichtiges Verhalten, ist es uns gelungen, die kritische Situation zu meistern. Ich bin stolz auf mein gesamtes Team und weiß ihr Engagement sehr zu schätzen.

Welche Faktoren haben Ihre Entscheidungen beeinflusst und welche Maßnahmen werden auch im Jahr 2021 wichtig sein?

Oevermann: Es war für mich wesentlich, besonnen, mit dem Fokus auf Kundenorientierung und Arbeitsplatzsicherungen, zu handeln. Mein klares Ziel war und ist es, auf Kurzarbeit zu verzichten, um unseren Mitarbeitern auf diesem Wege für ihren Einsatz zu danken. Diosna konnte auch in dieser Ausnahmesituation beweisen, dass wir ein verantwortungsvoller und zuverlässiger Arbeitgeber sind. Darüber hinaus arbeiten wir weiterhin an digitalen Lösungen, um unseren Kunden einen klaren Mehrwert zu bieten, wie zum Beispiel mit unserem virtuellen Technikum.

Inwieweit schränken die aktuellen Reisebeschränkungen Ihre Absatzplanungen ein, was gilt es zu berücksichtigen?

Oevermann: Auch unsere Kunden haben ihre Prozesse und Bestellvorgänge im Lockdown-Umfeld angepasst. Sehr hilfreich sind hier unsere dezentralen Strukturen, die wir bereits in den letzten Jahren erfolgreich aufgebaut haben und die es uns ermöglichen, auch im Jahr 2021 unseren Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden nachzukommen. Gerade in turbulenten Zeiten zeigt es sich, wie wichtig eine partnerschaftliche Kooperation mit hohem Qualitätsanspruch und kurzen Wegen ist.

Welche Personalpolitik verfolgen Sie bei Diosna kurz- und mittelfristig?

Oevermann: Momentan gilt es nach wie vor die Arbeitsplätze zu sichern, wie wir es im vergangenen Jahr schon sehr gut umgesetzt haben. Die aktuelle Auftragslage ist so vielversprechend, dass ich mittelfristig mit einem Wachstum rechne. Deshalb möchten wir unser Team verstärken und suchen am Standort Osnabrück und Isernhagen nach motivierten Mitarbeitern. Informationen finden interessierte Bewerber aufwww.diosna.de/de/karriere/

* Das Interview wurde PROCESS von Corinna Amrhein Consulting GmbH zur Verfügung gestellt.

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