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Energieeffizienz

Warum es ohne Messgeräte keine Effizienz gibt

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Das Thema Energieeffizienz treibt Chemieindustrie und Automatisierungsunternehmen gleichermaßen um. Aber wo drückt die Prozessindustrie wirklich der Schuh? Das zu klären, war Thema eines Workshops zwischen ZVEI und Namur. Vorläufiges Ergebnis: Messungen sind der Kern jeder Prozessverbesserung, doch in den Unternehmen wird nicht genug investiert.

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Messungen sind der Schlüssel zu mehr Energieeffizienz.
Messungen sind der Schlüssel zu mehr Energieeffizienz.
( © grafikplusfoto - Fotolia)

Energie sparen liegt im Trend. Und der Gastgeber des Gemeinschaftsworkshops von Namur und ZVEI weiß wie´s geht: Solarthermie, eine Adsorbtionskälteanlage mit modularem Druckluftsystem, eine Wärmerückgewinnung, die mit einem Wirkungsgrad von 50 Prozent arbeitet – die Energiezentrale bei Festo in Esslingen ist auf dem neusten Stand. Deshalb also bestens geeignet zur Veranschaulichung dessen, was alles geht, wenn Energieeffizienz in die Unternehmensziele einfließen. Nicht nur für den Pneumatikspezialisten, für die Prozessindustrie insgesamt hat das Thema hohe Priorität. Das liegt an der Energiewende ist aber auch dem Selbsterhaltungstrieb geschuldet.

Trotz verfahrenstechnischer Verbesserungen, Energiemanagement und Nachhaltigkeitsprogrammen – Energiekosten sind der Dauerbrenner für die Chemie und diese können nur dann nachhaltig gesenkt werden, wenn Betreiberunternehmen und Zulieferer an einem Strang ziehen. Deshalb müssen Nachfrage und Angebot zueinander passen. Um sich hier auszutauschen, eine gemeinsame Sprache zu finden und auszuloten, welchen Beitrag Automatisierer und Messgerätehersteller leisten können und sollen, waren gut 20 Mitglieder des ZVEI-Arbeitskreis Energieeffizienz und des Namur-Arbeitskreises 4.17 Energieeffizienz zusammen gekommen.

Lebenszykluskosten im Blick

Zum Auftakt warb Felix Seibl, Geschäftsführer des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung für das gemeinsam mit Deloitte entwickelte excelbasierte Berechnungstool zum Vergleich der Lebenszykluskosten. Die Verbreitung des Themas ist schwieriger als erwartet.

Es ist online verfügbar und soll herstellerneutral schnelle Transparenz über die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen von Energieeffizienzmaßnahmen schaffen. Energieeffizienz sei kein Widerspruch zur Kosteneffizienz, stellte Seibl klar. Oft sei die auf den ersten Blick teurere Technologie, die in Wirklichkeit ökologisch und betriebswirtschaftlich vorteilhafte, betonte er.

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