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Personalstudie: Frauen in Fach- und Führungspositionen

Warum die Frauenquote wenig zur Frauenförderung beiträgt

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Frauenquote: Ja oder Nein? Lange und leidenschaftlich diskutiert, ist die Frage, ob diese Quote überhaupt etwas bewirkt, noch nicht geklärt. Die Befragten einer aktuellen Studie bemessen ihr eher eine geringe bis gar keine Bedeutung bei.

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(Bildquelle: Hays)

Für den HR-Report 2013/2014 von Hays wurden Entscheider gefragt, ob sie die Frauenquote für ein adäquates Instrument zur Erlangung von Chancengleichheit halten. Das Ergebnis ist ernüchternd und fällt eindeutig gegen eine Quote aus: 63 Prozent meinen, dass eine fixe Quote lediglich eine geringe bis gar keine Bedeutung habe, nur knapp 17 Prozent halten sie hingegen für wichtig. Ist die Frauenquote demnach nicht das falsche Mittel, um Frauen in Fach- oder Führungspositionen zu bringen? Prof. Dr. Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE), sieht trotz dieser Ergebnisse Potenzial in der Frauenquote: „Um das Bewusstsein für die Frauenförderung zu schärfen, halte ich eine Frauenquote dennoch für ein geeignetes Mittel. Zudem muss gerade das Topmanagement mehr konkrete Maßnahmen initiieren, um einen nachhaltigen Wandel zu forcieren“.

Maßnahmen zur Frauenförderung

Womit könnte man Frauen darin bestärken, eine höhere Position anzutreten? Konkrete Programme zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (71 Prozent), Kinderbetreuungsmöglichkeiten (50 Prozent) sowie mehr Unterstützung seitens der Unternehmen (46 Prozent) sind die zentralen Ergebnisse dieser Frage. Frauen wünschen sich zudem mehr direkte Unterstützung von ihren Führungskräften und Kollegen.

Doch warum werden diese Themen derzeit noch nicht befriedigend umgesetzt? Das größte Hindernis bei der Frauenförderung ist für 63 Prozent der Studienteilnehmer, dass sich Beruf und Familie weiterhin nicht in Einklang bringen lassen. Hier fallen gerade die fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten stark ins Gewicht (46 Prozent). Gravierend sind zudem die mental-kulturellen Hindernisse: Der Frauenförderung stehen für 56 Prozent die klassischen Rollenbilder im Weg. Es überrascht daher nicht, dass 60 Prozent der befragten Frauen angeben, Vorgesetzte akzeptierten keine gezielte Frauenförderung. Diese Realität steht jedoch konträr zum Vorhaben von 54 Prozent der Unternehmen, die den Anteil von Frauen in Fach- und Führungspositionen steigern wollen. Wie diese Diskrepanz behoben werden kann und ob die angegangen Maßnahmen greifen werden, bleibt abzuwarten. Es steht jedoch fest, dass die Frauenförderung derzeit noch in den Kinderschuhen steckt. Dies sollte sich in den nächsten Jahren ändern.

Zur Erhebung:

Für den jährlich veröffentlichten HR-Report des Personaldienstleisters Hays und des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) werden Führungskräfte aus Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen aus dem deutschsprachigen Raum zu HR-relevanten Themen befragt. Für den HR-Report 2013/2014 mit dem Schwerpunkt Frauenförderung wurden 550 Führungskräfte befragt.

Der Artikel ist zuerst auf unserem Schwesterportal marconomy erschienen.

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