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Studie: Internationaler Exportmarkt Warum der schwache Euro den deutschen Exporteuren nur bedingt hilft

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Die deutschen Exporteure fahren 2015 voraussichtlich zusätzliche Gewinne in Höhe von 36 Milliarden Euro ein. Der schwache Euro hilft den Exporteuren zwar spürbar, bleibt aufgrund des starken Handels in der Eurozone und der Abwertung von Währungen in aufstrebenden Märkten dennoch auf einem überschaubaren Niveau. Zudem kostet die Russland-Krise den deutschen Export mindestens 8,1 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Studie des Kreditversicheres Euler Hermes hervor.

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Der schwache Euro hilft deutschen Exporteuren nur bedingt – das Wachstum bei den deutschen Exporten (bisher 2,7 %) liegt unter der Vorjahresmarke von 2014 (3,6%).
Der schwache Euro hilft deutschen Exporteuren nur bedingt – das Wachstum bei den deutschen Exporten (bisher 2,7 %) liegt unter der Vorjahresmarke von 2014 (3,6%).
(Bild: © James Thew - Fotolia)

Hamburg – Euler Hermes sieht einzelne Haare in der sonst recht wohlschmeckenden deutschen Exportsuppe. Auf insgesamt 36 Milliarden Euro beziffert der Kreditversicherer Euler Hermes in seiner jüngsten Studie die zusätzlichen Exporteinnahmen deutscher Unternehmen in 2015, das entspricht einem nominalen Plus von 2,7 %. Der schwache Euro trägt dazu 5 Milliarden Euro bei und stützt so die Exporte, allerdings in überschaubarem Maß. Das Exportwachstum der Bundesrepublik ist im Vergleich zu 2014 rückläufig: Im vergangenen Jahr stand noch ein Zuwachs von 3,6 % oder 45 Milliarden Euro zu Buche.

„Deutsche Produkte haben eine geringe Preiselastizität“, sagte Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. „Der schwache Euro hilft hier also nur bedingt – zumal sich Unternehmensmargen auf einem Zehnjahrestief befinden. Viele Firmen tendieren deshalb vermutlich eher dazu, Verkaufspreise zu erhöhen als den verbilligenden Effekt des Euros zu nutzen. Zudem entfallen 40 % aller deutschen Exporte auf Länder der Eurozone. 60 % der Ausfuhren gehen in Staaten außerhalb der Währungsunion. In vielen aufstrebenden Wachstumsmärkten haben jedoch die Währungen – wie auch der Euro – stark an Wert verloren, so dass sich hier oft kein großer Effekt ergibt. Die Vorteile sehen wir daher vor allem im Handel mit den USA.“