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Additive Fertigung

Wann sich Ersatzteile aus dem 3D-Drucker lohnen

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Auch Kostenrechnungen vom 3D-Netzwerk NRW zeigen, dass Maschinenteile per additiver Fertigung nicht nur schneller und kostengünstiger sondern auch an jedem Ort der Welt gefertigt werden. Ein entsprechendes Beispiel präsentierte Netzwerkmanager Dr. Werner Koch auf dem ersten Kongress der ZDS – Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft e.V., der sich mit additiver Fertigung und 3D-Lebensmitteldruck in der Snack- und Süßwarenwirtschaft beschäftigte.

So kostet ein konventionell gefertigtes Ersatzteil eines Werkzeugwechslers, das mechanisch aus Aluminium hergestellt wird, etwa 990 Euro. Setzt man einen 3D-Drucker ein und nutzt als Werkstoff Nylon/Kevlar, sinken die Kosten auf 78 Euro. Auch zeitlich profitiere der Anwender, betonte Koch: Während die mechanische Fertigung etwa 72 Stunden dauere, seien es beim 3D-Druck nur etwa 54 Stunden.

Kosten-Nutzen genau abwägen

Solche Berechnungen klingen in der Theorie erst einmal bestechend und sind ein gutes Marketingargument der Hersteller entsprechender 3D-Technologien. Doch Werkstoffkosten und Anschaffung sowie Amortisationszeit des Druckers sind bei einer Volkostenrechnung nur die halbe Miete. Deshalb sieht es, wie so oft, in der Praxis anders aus.

In die Rechnung müssen zusätzlich zur reinen Fertigung Entwicklungsaufwand, CNC-Technik und Nachbearbeitung einfließen, gibt Prof. Mirko Meboldt von der ETH Zürich zu bedenken. Der studierte Maschinenbauer ist Professor für Produktentwicklung und Konstruktion und avancierte in den vergangenen Jahren zu einem der meist zitierten Experten in Sachen 3D-Druck.

Sein Thema ist, wie mit 3D-Druck neue Geschäftsmodelle entstehen. Denn Technikverliebte laufen Gefahr sich eine blutige Nase zu holen. Additive Fertigung brauche Konzepte und neue innovative Produktansätze, sagt Mebold. Vor dem Einsatz solle man sich vor allem die Frage stellen, an welcher Stelle im Betrieb echter Mehrwert entsteht. Einfach loslegen, ist also nicht angebracht.

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