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Arbeitsschutz

Wann das Risiko eines tödlichen Arbeitsunfalls am höchsten ist

| Redakteur: Tobias Hüser

Erfahrung schützt nicht vor Unfällen - das hat die Unfallanalyse des BG RCI festgestellt.
Erfahrung schützt nicht vor Unfällen - das hat die Unfallanalyse des BG RCI festgestellt. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Durch intensiven Arbeits- und Gesundheitsschutz konnte die chemische Industrie die Zahl der Arbeitsunfälle in den letzten Jahren reduzieren. Jedoch ist die Zahl der tödlichen Unfälle laut der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) unverändert geblieben. Die BG RCI hat deshalb im Rahmen der Präventionsstrategie „Vision Zero. Null Unfälle - Gesund arbeiten!“ eine detaillierte Ursachenanalyse der über 300 Todesfälle der Jahre 2004 bis 2015 durchgeführt, um herauszufinden, wann das Risiko am höchsten ist.

Wiesbaden – Das Ergebnis der Unfallanalyse: 90 % aller tödlichen Arbeitsunfälle wurden durch nur fünf Unfalltypen verursacht: Fahrzeug/Transportmittel, Maschine/Anlage, Absturz, fallende/umkippende/umherfliegende Gegenstände sowie Explosion/Verpuffung. Eine große Rolle spielten dabei fehlerhaftes Arbeiten, Leichtsinn und Routine. So gehört beispielsweise mehr als jeder dritte Verunglückte der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen mit besonders großer Erfahrung an. Weitere Unfallursachen waren das Nichteinhalten der betrieblichen Sicherheitsregeln und -einrichtungen, das Fehlen einer ausreichenden Gefährdungsbeurteilung, nicht ausreichend festgelegte sichere Arbeitsweisen oder mangelhaft durchgeführte Unterweisung und auch fehlende Kontrolle.

Um auf diese Gefahren hinzuweisen und Unterstützung zu geben, wurden „12 Lebensretter für Beschäftigte“ und „12 Lebensretter für Führungskräfte“ abgeleitet. Diese sind jeweils mit Fragen und Aussagen zum Selbstcheck sowie mit Fakten unterlegt, wie viele tödliche Arbeitsunfälle durch Nichtbeachtung der jeweiligen Gefahren zu beklagen sind. Bei den Lebensrettern für Beschäftigte geht es zum einen um die Sensibilisierung der Mitarbeiter. Werden mögliche Unfallgefahren erkannt und das Risikopotenzial richtig eingeschätzt? Wird bewusst gehandelt?

Zum anderen wird auch auf die eigene Verantwortung der Beschäftigten im Arbeitsschutz hingewiesen. Sind die Sicherheitsregeln bekannt und werden diese eingehalten? Werden die Sicherheitseinrichtungen und persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) kontrolliert und benutzt? Wird im Zweifel und bei Mängeln immer zuerst der Vorgesetzte benachrichtigt? Dieses verantwortliche Handeln ist nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch für die der Kollegen sehr wichtig.

Verantwortung der Führungskräfte

Die Lebensretter für Führungskräfte heben deren Verantwortung im Arbeitsschutz hervor. Beschäftigte müssen für Unfallgefahren mit hohem Risikopotenzial sensibilisiert werden. Die Gefährdungen müssen für alle Tätigkeiten systematisch ermittelt, die erforderlichen Schutzmaßnahmen festgelegt und die Risiken gemanagt werden (Gefährdungsbeurteilung). Für die Tätigkeiten wird festgelegt, wie sicher gearbeitet werden kann. Die Unterweisungen hierzu werden umfassend und verständlich durchgeführt und die Umsetzung kontrolliert. Außerdem müssen sich Führungskräfte ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und entsprechend konsequent und berechenbar handeln. Bei unsicheren Arbeitsweisen von Beschäftigten wird sofort eingeschritten.

Wie die Unfallanalyse der BG RCI zeigt, ist meist nicht nur eine Ursache dafür verantwortlich, dass es zum Unfallereignis kommt. Unfälle haben oft mehrere Ursachen. Deshalb ist es wichtig, dass Beschäftigte und Führungskräfte die Fakten kennen, sich ihrer gemeinsamen Verantwortung bewusst sind und gemeinsam ihre 12 Lebensretter konsequent beachten und umsetzen.

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