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Modulare Automation Wago macht Tempo bei modularer Anlagenautomatisierung

| Redakteur: Gerd Kielburger

Zur Namur-Hauptsitzung 2014 präsentierte Wago erstmals sein Dima-Konzept einer modularen Automatisierung. Mit diesem Konzept sollen produzierende Unternehmen in der Prozessindustrie in die Lage versetzt werden, mit wandlungsfähigen, modularen Anlagen schnell auf verändernde Marktanforderungen zu reagieren. Nach dem Proof of Concept zeigte das Mindener Unternehmen auf der diesjährigen Hannovermesse Industrie eine erste Pilotanlage, die nach Namur-Empfehlung NE 148 konzipiert wurde.

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Wago macht Tempo bei der modularen Automatisierung. Auf der Hannover Messe zeigte das Unternehmen eine Pilotanlage. Zu sehen waren Package Units mit einer Tankeinheit, Destillation, Backbone, Mischeinheit und Abfüllung.
Wago macht Tempo bei der modularen Automatisierung. Auf der Hannover Messe zeigte das Unternehmen eine Pilotanlage. Zu sehen waren Package Units mit einer Tankeinheit, Destillation, Backbone, Mischeinheit und Abfüllung.
(Bild: Wago)

Die auf der Nürnberger Messe SPS IPC Drives gezeigten autarken Package Units lassen sich dabei in einer Gesamtanlage ganz individuell zusammenstellen. Dazu werden alle Anlagenmodule an einen Backbone (Bildmitte) angeschlossen, der die Module sowohl stofflich als auch informationstechnisch versorgt. Soll sich das Produktionsverfahren ändern, werden lediglich ein oder mehrere Module ausgetauscht. Auch kann die Produktionsmenge beispielsweise in der Pharma- oder Feinchemie leicht durch ein Numbering-up, also das Hinzufügen gleichartiger Module, erhöht werden.

Der immense Vorteil der vorgestellten Anlagenmodularisierung liegt nach Aussage der Entwickler im deutlich verkürzten Engineering. Modulare Anlagen können so viel effizienter geplant und gebaut werden, da ein Großteil des Engineering-Aufwands schon im Modul-Engineering stattfinden kann.

Der Planungs- und Entwicklungsprozess des Moduls beinhaltet u.a. die Erstellung des Programms der Modulsteuerung. Dabei wird Information erarbeitet, die auch zur Integration des Moduls in ein Prozessleitsystem (PLS) benötigt wird. Es liegt also nahe, diese Information direkt aus dem Quellcode der Modul-SPS heraus zu generieren. Damit die zur Integration notwendige Information des Modul-Engineerings an das PLS übertragen werden kann, wird diese in einem Informationsträger, dem so genannten Modul Type Package (MTP) gespeichert. Die benötigte Information wird so während des Integrations-Engineerings abrufbar und verwendbar.

Sobald die MTP den Standardisierungsprozess durchlaufen haben und Pilotanlagen in der Branche erfolgreich getestet wurden, könnte das Dima-Konzeption bereitstehen für die Vermarktung. Die Mindener Automatisierer machen in Punkto Einsatzfähigkeit jedenfalls kräftig Tempo. Beim Einsatz im Leitsystem von Copa-Data hat die Integration bereits funktioniert.

Ausführlichere Erläuterungen zum Dima-Konzept stehen auch in einem Whitepaper zur Verfügung.

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