Solarwafer Wacker und Schott produzieren und vermarkten gemeinsam Solarwafer

Redakteur: Marion Wiesmann

Die Kooperationsgespräche sind abgeschlossen, eine Absichtserklärung unterzeichnet: Wacker und Schott wollen 370 Millionen Euro in eine gemeinsame Produktion von Solarwafern investieren, die bereits 2007 starten soll.

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Mit Hilfe eines Lasers werden Wafer aus der Oberfläche einer hohlen EFG Siliziumröhre geschnitten. Bild: Schott
Mit Hilfe eines Lasers werden Wafer aus der Oberfläche einer hohlen EFG Siliziumröhre geschnitten. Bild: Schott
( Archiv: Vogel Business Media )

München, Mainz – Wacker Chemie und Schott Solar planen die Gründung von zwei Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung und zum Vertrieb von Silizium-Wafern für die Solarindustrie. In den kommenden Jahren wollen die beiden Konzerne an den Standorten Jena und Alzenau insgesamt rund 370 Millionen Euro investieren. Das Projekt bedarf noch der Genehmigung durch die zuständigen nationalen und europäischen Behörden.

Bereits im laufenden Jahr will das Gemeinschaftsunternehmen Schott Wacker Solar mit der Produktion von multikristallinen Siliziumblöcken (Ingots) und Wafern beginnen, die das Ausgangsmaterial für die Herstellung von Solarzellen sind. Bis 2012 ist dann geplant, die Fertigungskapazität für Solarwafer schrittweise auf rund ein Gigawatt pro Jahr zu erweitern.

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Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorstandsvorsitzender bei Wacker, betonte den Stellenwert des neuen Gemeinschaftsunternehmens: „Die Vorwärtsintegration in die Produktion von Solarwafern ist für uns ein wichtiger strategischer Schritt zum weiteren Ausbau unserer Wertschöpfung in diesem Wachstumssegment.“ Mit dem kürzlich beschlossenen Ausbau der Gesamtkapazität für Polysilizium auf jährlich über 22 000 Tonnen sei zudem die Rohstoffversorgung des Gemeinschaftsunternehmens gesichert, was auch Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Vorstandsvorsitzender bei Schott, als großen Vorteil des Joint-Ventures ansieht: „Die gesicherte Versorgung mit Solarsilizium ist eine essenzielle Voraussetzung für die ehrgeizigen Wachstumsziele der Photovoltaik-Aktivitäten von Schott Solar.“

In Planung ist auch eine gemeinsame Vermarktung der Solarwafer

Wacker will das Gemeinschaftsunternehmen mit dem polykristallinen Reinstsilizium beliefern, aus dem die Wafer gefertigt werden. Den größten Teil der in dem Gemeinschaftsunternehmen hergestellten Wafer verarbeitet Schott Solar dann selbst zu Solarzellen weiter. Solarwafer werden aber auch an andere Hersteller von Solarzellen vermarktet. Dazu wollen die beiden Partner Wacker Schott Solar gründen, ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen für den Vertrieb. Am Eigenkapital der Produktionsgesellschaft Schott Wacker Solar werden sich beide Unternehmen mit jeweils 50 Prozent beteiligen, während bei der Vertriebsgesellschaft Wacker 51 Prozent und Schott 49 Prozent der Anteile halten werden.

Neue Produktionsstätten für Blocking und Wafering

Bestandteil des geplanten Produktions-Joint-Ventures sind bereits bestehende Anlagen von Schott zur Fertigung von Solarwafern in Alzenau sowie bestehende Anlagen zur Herstellung von multikristallinen Siliziumblöcken in Jena. Das Gemeinschaftsunternehmen will existierende Fertigungskapazitäten ausbauen und darüber hinaus neue Produktionsstätten für das Blocking und Wafering errichten. In Alzenau werden Wafer nach dem so genannten EFG-Verfahren (Edge defined Film-fed Growth) hergestellt. Im Gegensatz zur herkömmlichen Fertigung durch Sägen eines Siliziumblockes in einzelne Waferscheiben wird bei dem EFG-Verfahren das Silizium-Ausgangsmaterial in Form eines hohlen Oktagons (achteckige Röhre) direkt aus der Siliziumschmelze gezogen. Ein Laserstrahl schneidet hieraus die Wafer.

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