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Ebitda-Prognose nicht erreicht Wacker meldet leichtes Plus beim Umsatz 2018

| Redakteur: MA Alexander Stark

Wacker Chemie hat im Geschäftsjahr 2018 seinen Umsatz leicht gesteigert, beim Ebitda aber die eigene Prognose nicht erreicht. Wie der Chemiekonzern bei der Vorlage seines Geschäftsberichts bekannt gab, wuchs der Konzernumsatz mit 4,98 Milliarden Euro (2017: 4,92 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahr um 1 %.

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Blick in die Produktionsräume der Wacker Biotech B.V. in Amsterdam, Niederlande. Der Standort wurde 2018 erworben.
Blick in die Produktionsräume der Wacker Biotech B.V. in Amsterdam, Niederlande. Der Standort wurde 2018 erworben.
(Bild: Wacker)

München – Ausschlaggebend für das leichte Plus waren einer Unternehmensmeldung zufolge höhere Absatzmengen und Preise im Chemiegeschäft, insbesondere bei Siliconen. Negative Währungseffekte aus dem gegenüber dem US-Dollar stärkeren Euro und niedrigere Preise für Polysilicium hätte das Unternehmen dadurch mehr als ausgleichen können.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) summierte sich im Geschäftsjahr 2018 auf 930,0 Millionen Euro (2017: 1.014,1 Millionen Euro). Das sind 8 % weniger als vor einem Jahr und entspricht einer Ebitda-Marge von 18,7 % (2017: 20,6  %). Der wesentliche Grund für diesen Rückgang seien die Kosten der Betriebsunterbrechung am US-Standort Charleston und die noch nicht erhaltenen Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall. Höhere Rohstoff- und Energiekosten haben die Ergebnisentwicklung ebenfalls deutlich gebremst.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 389,6 Millionen Euro (2017: 423,7 Millionen Euro). Das sind 8 % weniger als im Vorjahr und entspricht einer Ebit-Marge von 7,8 % (2017: 8,6 %). Die weiter rückläufigen Abschreibungen haben dabei das Ebit positiv beeinflusst. Diese beliefen sich 2018 auf 540,4 Millionen Euro (2017: 590,4 Millionen Euro).

Das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg im Geschäftsjahr 2018 um 4  auf 260,1 Millionen Euro (2017: 250,1 Millionen Euro). Das Jahresergebnis des Konzerns beläuft sich ebenfalls auf 260,1 Millionen Euro (2017: 884,8 Millionen Euro). Das Jahresergebnis 2017 hatte 634,7 Millionen Euro aus dem Abgang von Siltronic als Segment des Konzerns enthalten.

Im Geschäftsjahr 2019 rechnet Wacker trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen mit weiterem Wachstum. Das Unternehmen will seinen Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern. Das Ebitda des Konzerns wird im Vergleich zu 2018 voraussichtlich um 10 bis 20 % zurückgehen. Die Ursachen dafür sind niedrigere Durchschnittspreise für Polysilicium, Preisrückgänge bei Standardprodukten und steigende Energiekosten. Der Jahresüberschuss wird voraussichtlich deutlich unter dem Wert des Vorjahres liegen.

Investitionen in Chemiebereiche

Die Investitionen des Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2018 auf 460,9 Millionen Euro (2017: 326,8 Millionen Euro). Das sind 41 % mehr als vor einem Jahr.

Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit war auch im vergangenen Jahr der Ausbau der Kapazitäten in den drei Chemiebereichen. Am US-Standort Charleston wurden die Bauarbeiten an einer Anlage für hoch-disperse Kieselsäuren fortgesetzt. Die offizielle Inbetriebnahme ist für Mitte dieses Jahres geplant. In Ulsan, Südkorea, errichtet der Konzern gegenwärtig neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver. Abgeschlossen wurden die Modernisierungs- und Ausbauarbeiten einer Großfermentationsanlage im spanischen León. Dort wird seit Mitte letzten Jahres biotechnologisch erzeugtes Cystin für die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie hergestellt. In Amsterdam, Niederlande, hat Wacker 2018 einen Produktionsstandort zur Herstellung von Biopharmazeutika erworben. Mit dieser Akquisition baut der Chemiekonzern seine Stellung als Auftragsproduzent für Arzneimittelhersteller weiter aus. Am norwegischen Standort Holla werden die Produktionskapazitäten für Siliciummetall erweitert.

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