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Wasserqualität Vorstudie für ein weltweites Wasserqualitäts-Assessment vorgestellt

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Wie ist es um die Qualität von Flüssen und Seen weltweit bestellt? Dieser Frage sind Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität Kassel in den letzten zwei Jahren nachgegangen. Nun haben Sie Ihre Ergebnisse vorgestellt. Sie bilden die Vorstudie für ein Wasserqualitäts-Assessment.

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Ein Wasserqualitäts-Assessment soll die Basis die Arbeit von vielen Organisationen der Vereinten Nationen bilden
Ein Wasserqualitäts-Assessment soll die Basis die Arbeit von vielen Organisationen der Vereinten Nationen bilden
(Bild: gemeinfreies Bild)

Nairobi/Kenia – Für die Vorstudie eines World Water Quality Assessment (WWQA) haben Forscher vom UFZ gemeinsam mit Kollegen vom Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel hunderttausende heterogene Datensätze zur weltweiten Wasserqualität analysiert und aufbereitet. Auftraggeber ist die Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP). "Wir lenken den Blick auf die Wasserqualität, die Ursachen nachteiliger Veränderungen und stellen die Verbindung zur menschlichen Gesundheit, der Nahrungssicherheit sowie zum Einfluss auf die Ökosysteme her. Und wir benennen wirksame Maßnahmen. Ein so angelegtes, weltweites Assessment hat es bisher noch nicht gegeben", sagt Prof. Dr. Dietrich Borchardt, der als Leiter des UFZ-Departments Aquatische Ökosystemanalyse für die Studie verantwortlich ist.

Gerade die Informationen zur Wasserqualität sind hochgradig relevant, um eine sinnvolle Wasserpolitik zu gestalten. "Schon heute leben mehr Menschen mit einem Mobiltelefon als mit einer sicheren Wasserversorgung", so Dietrich Borchardt. Im nächsten Schritt sollen deshalb auch Sozialwissenschaftler eingebunden werden, um den Bereich der Politikberatung mit abzudecken. "Viele der betroffenen Länder bekommen Geld von internationalen Gebern, um ihre Wasserinfrastruktur aufzubauen. Da geht es also konkret um die Frage, wie internationale Programme gestaltet sein müssen, um Fehler zu vermeiden - und beispielsweise auch darum, wie sich Nachbarstaaten am selben Flusslauf absprechen sollten", erläutert Borchardt.

Geeignete Parameter finden

Das WWQA soll eine Brückenfunktion übernehmen: Bei den Vereinten Nationen sind eine ganze Reihe von Organisationen für ihre Arbeit auf Informationen zur Wasserqualität angewiesen, von der Weltgesundheitsorganisation bis zur Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation. Sie alle benötigen indes spezifische Daten. Bei der Vorstudie, die nun präsentiert wird, war es deshalb eines der wichtigen Ziele, in der Fülle des vorhandenen Datenmaterials jene Parameter ausfindig zu machen, die für die anschließende konkrete Arbeit am dringendsten benötigt werden. Denn im Global Environmental Monitoring System (GEMS) der Vereinten Nationen laufen Umweltinformationen aus vielen tausend Messstationen weltweit zusammen, aber enthalten sind häufig unterschiedliche Messgrößen und Zeitreihen.

Bei der Arbeit zur jetzt vorgelegten Studie haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst auf Lateinamerika, Afrika und Asien konzentriert, weil die Probleme hier besonders groß sind. Das sind ausgerechnet aber die Regionen, in denen vielfach die größten Lücken in den verfügbaren Messdaten bestehen. "Es gibt noch echte weiße Flecken", sagt Dr. Ilona Bärlund, die als Managerin an dem Projekt mitarbeitet. Um dennoch eine flächendeckende Aussage treffen zu können, haben die Forscher eine Methodenkombination gewählt: Wo Daten vorliegen, haben sie analytisch-statistische Auswertungsmethoden eingesetzt. Zugleich haben sie ein integriertes globales Modellierungssystem verwendet, das die Oberflächenwassersysteme mit hoher räumlicher Auflösung abbildet. Mithilfe der Modellberechnungen können so Aussagen dann auch für Regionen abgeleitet werden, aus denen keine konkreten Messdaten verfügbar sind.

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