Chemiekonjunktur Von Rezession gebeuteltes Altana-Management unterstützt Übernahmeangebot durch Skion

Redakteur: Marion Henig

Vorstand und Aufsichtsrat von Altana unterstützen das Übernahmeangebot durch Susanne Klatten. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgruber sieht in einer stabile Gesellschafterstruktur einen Vorteil für die aktuelle wirtschaftliche Lage. Denn: Der Spezialchemiekonzern ist stärker als erwartet von der Rezession betroffen.

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Wesel – Wie Altana jüngst mitteilte, unterstützten Vorstand und Aufsichtsrat das Übernahmeangebot durch Skion und empfehlen den Aktionären, das Angebot anzunehmen. Die alleinige Gesellschafterin von Skion, Susanne Klatten, hält bereits 70,3 Millionen der 140,4 Mio. Aktien von Altana. Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände des Angebots sei die angebotene Gegenleistung von 13 Euro je Aktie angemessen, das Angebot werde den Interessen von Altana, einschließlich der Arbeitnehmer sowie der Aktionäre, gerecht. „Nach unserer Einschätzung ist eine stabile Gesellschafterstruktur im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld für das langfristig angelegte Spezialchemiegeschäft von Altana von strategischem Vorteil“, erklärte Dr. Matthias L. Wolfgruber, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Vorstand und Aufsichtsrat halten daher die mit einem Ausbau der Beteiligung von Skion verbundenen Perspektiven grundsätzlich für vorteilhaft.“ Die Aktionäre haben nun eine Frist bis zum 19. Dezember 2008, um über die Annahme des Angebots zu entscheiden.

Auftrags- und Umsatzeinbruch in den vergangenen Wochen

Altana hat nach eigener Aussage derzeit mit einem Einbruch des Auftrags- und Umsatzvolumens zu kämpfen. Noch vor wenigen Wochen gab das Management bei der Verkündung der Quartalsergebnisse an, 2008 einen Konzernumsatz des Vorjahres zu erreichen, oder gar leicht darüber. Nun distanzierte sich Altana von bisher gesetzten Umsatz- und Ergebniszielen für 2008 und will aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen keinen weiteren Ausblick geben.

„Wir erwarten für die kommenden Monate eine Fortsetzung der negativen Marktentwicklung und stellen uns konzernweit durch zahlreiche Maßnahmen zur Kosteneinsparung und weiteren Effizienzsteigerung auf diese schwierigen Zeiten ein“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Matthias L. Wolfgruber. Über einen kürzeren Zeitraum wirkten sich Lagereffekte und das schlechte wirtschaftliche Umfeld deutlich aus. „Langfristig bin ich allerdings zuversichtlich, dass der Spezialitätencharakter unseres Geschäfts sowie der unveränderte Fokus auf Innovation die Basis sind, um auch in Zukunft nachhaltig profitabel zu wachsen“, sagte Dr. Wolfgruber weiter.

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2008 hatte Altana Umsatz und operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch leicht steigern können. Der Umsatz wuchs um ein Prozent auf 1,067 Milliarden Euro. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte und Akquisitionseffekte lag das operative Umsatzwachstum bei drei Prozent.

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