3D-Software Von der Archivzeichnung zum 3D-Modell

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Eine Sodafabrik aus dem Viktorianischen Zeitalter in 3D zu modellieren, ist eine Herkulesaufgabe. Um so mehr, wenn es nur in Tusche gezeichnete Archivzeichungen gibt. In fünf Monaten wurde die 10-stöckige Stahlkonstruktion in ein intelligentes Modell gegossen.

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Redundante Rohrleitungen wurden im Modell farbcodiert, wodurch die allgemeine Last im Gebäude reduziert werden konnte.
Redundante Rohrleitungen wurden im Modell farbcodiert, wodurch die allgemeine Last im Gebäude reduziert werden konnte.
(Bild: Bentley)

Für Liebhaber historischer Industriebauten ist die 1873 erbaute Sodafabrik Winnigton Works zweifellos ein spannender Ort, handelt es sich doch um eine Fabrik aus dem Viktorianischen Zeitalter, erbaut von Brunner Mond & Company im britischen Northwich. Der indische Chemiekonzern Tata Chemicals hatte aber 2006 andere, handfestere Gründe das Werk zu kaufen – nämlich den Ausbau des Sodageschäftes in Europa.

Deshalb gab der Konzern erst einmal eine Bauwerksanalyse in Auftrag, um sich ein Bild über den Sanierungsbedarf zu machen. Den Auftrag für das 1,5 Mio. $ Projekt erhielt das Engineeringunternehmen Stopford Projekts, dessen Ingenieure vom April 2011 bis September auf Basis von Archivzeichnungen ein 3D-Modell erstellten, das in Pro Steel von Bentley erstellt wurde und die korrodierten Komponenten im gesamten Werk zeigt.

Tausende, zu überprüfende Komponenten

Und so stellte sich das Werk den Ingenieuren bei der Bestandsaufnahme dar: Die Nassseite des Sodawerks ist eine 10-stöckige Stahlkonstruktion auf einem T-förmigen Gelände mit einer Größe von 90 x 75 Metern. Die Struktur besteht aus einer Mischung aus Fachwerk aus dem 19. Jahrhundert, Säulen, Balken und Aussteifungen aus dem Anfängen des 20. Jahrhunderts und Stahlbauteilen aus dem 50er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Die Tragkonstruktion ist nun ein stahlverkleideter Baukörper aus gewellten Stahlplatten. Die Strukturverbindungen sind hauptsächlich genietet, wobei einige genietete Abschnitte Verbundkonstruktionen darstellen. Das Gebäude ist seit seinem letzten größeren Ausbau 1950 praktisch unverändert geblieben. Mit der Zeit hat die ständig feuchte, alkalische Luft das Baumaterial stark angegriffen.

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