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EPCA-Jahresversammlung Vom Umweltverschmutzer zum grünen Innovationstreiber

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Auf der 49. Jahresversammlung der EPCA (European Petrochemical Association) in Berlin kamen knapp 2850 Experten der petrochemischen Industrie zusammen, um in verschiedenen Workshops über Branchentrends zu diskutieren. Als Hauptthema der Veranstaltung kristallisierten sich die umweltfreundlichen Errungenschaften heraus, die ohne die Branche nicht möglich gewesen wären.

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Eröffnet wurde die Jahresversammlung von EPCA-Präsident Tom Crotty.
Eröffnet wurde die Jahresversammlung von EPCA-Präsident Tom Crotty.
(Bild: EPCA)

Berlin – Unter dem Leitthema „Hydrocarbons and the Chemical Industry: Shaping a better world together” tauschten sich während des viertägigen Treffens Vorstände, Führungskräfte und hochrangige Gäste von einigen der größten Unternehmen weltweit über Themen aus, die die Branche derzeit bewegen. Dr. Mirjam Mayer von Mc Kinsey & Company zeigte in ihrem Vortrag, wie Vielfalt und Inklusion den Erfolg von modernen Unternehmen steigern können, besonders in der petrochemischen Industrie.

Gillian Tett von der Financial Times betonte diesen Aspekt und ergänzte: “Tunnelblick ist für Unternehmen tödlich – einer der besten Wege, diesen zu vermeiden, ist Vielfalt und Einbezug verschiedener Sichtweisen“. Weitere Workshops behandelten u.a. die Verbindung von Rohöl und der chemischen Industrie und wie diese nachhaltige Lösungen für die Gesellschaft und Umwelt ermöglichen kann. Weiter wurde auch über den Umgang mit schwankenden Ölpreisen sowie Zulieferketten diskutiert.

Highlight der Jahresversammlung

Ein Highlight der Jahresversammlung war der Vortrag von Bertrand Piccard, dessen aktuelles Projekt – eine Weltumrundung in einem solarbetriebenen Flugzeug – maßgeblich auf den Erfolgen der chemischen Forschung und Entwicklung beruht. „Früher hatte die petrochemische Industrie den Ruf des Umweltverschmutzers, heute ist sie an vorderster Front, Lösungen für eine grünere Zukunft zu schaffen“, so Piccard. Er betonte, dass sein Projekt ohne die Errungenschaften der Industrie nicht möglich gewesen wäre. Dies gelte auch für viele Aspekte und Annehmlichkeiten des modernen Lebens, eine Tatsache, die oft in Vergessenheit gerate.

Philippe Sauquet, Mitglied der Geschäftsführung bei Total und Präsident Refining & Chemicals, unterstrich diesen Aspekt: „Der Anteil von erneuerbaren Energien wächst, aber Erdöl ist nach wie vor der Schlüssel zum Energiemix aus fossilen Energien, die auch in 2040 70% der Energieversorgung ausmachen werden.“ Erdölderivate und die chemische Industrie werden auch weiterhin ein wichtiger Teil des alltäglichen Lebens und einer besseren Zukunft sein.

Nächster EPCA-Treff in Budapest

Als eines der bedeutendsten und größten Treffen der chemischen Industrie dient die Jahresversammlung als wichtiges Forum zum Austausch unter Kollegen und Experten. Nächstes Jahr feiert die EPCA mit der 50. Jahresversammlung ein ganz besonderes Jubiläum und auch der Ort und das Datum für diese Veranstaltung stehen bereits fest – vom 1. bis zum 5. Oktober 2016 in Budapest.

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