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Rohstoffpreise Juli 2015

Vom Grexit in das Sommerloch?

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Zuletzt weniger Bewegung auf den Rohstoffmärkten. Die europäische Krise rund um Griechenland besorgt Rohstoffein- und -verkäufer aber.
Zuletzt weniger Bewegung auf den Rohstoffmärkten. Die europäische Krise rund um Griechenland besorgt Rohstoffein- und -verkäufer aber. (Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Die griechische Schuldenkrise belastet die Rohstoffmärkte. Den Rohöl- sowie Gasmarkt schätzen die Experten der IKB als stabil ein. Alle Rohstoffpreise und die Grafiken zur Entwicklung finden Sie im Artikel und in der Bildergalerie.

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreise verbilligten sich im Durchschnitt des Juni 2015 auf Dollarbasis um 1,8 %. Infolge einer geringfügigen Aufwertung des Euro zum US-Dollar sanken diese in Inlandswährung gerechnet um 2,3 %. Insbesondere börsennotierte Rohstoffe gaben gegen Monatsende etwas kräftiger nach.

Da sich vor allem auch investive Nachfrager aus den Rohstoffmärkten zurückzogen (und hier z.B. Funds, welche stärker in Griechenlandanleihen engagiert sind), dürfte die Diskussion über ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion die Märkte belastet haben. Die weitere Entwicklung Griechenlands wird im Verlauf des Juli die investive Nachfrage weiter belasten, wobei wir nicht von nochmaligen größeren Einbrüchen ausgehen. Vieles dürfte mittlerweile eingepreist sein, selbst einen Sprung nach oben bei den Goldnotierungen als vermeintlichen Save Haven sehen die Experten der IKB nicht.

Die Rohölmärkte gingen im Monatsmittel weitgehend seitwärts. Hohe Exporte der USA (über 4 Millionen Barrel pro Tag, dies entspricht der gesamten Förderung der Opec-Staaten Nigeria und Venezuela) und eine Tagesproduktion Saudi-Arabiens von über 10 Millionen Barrel halten die globale Rohölversorgung auf hohem Niveau. Die derzeit geringe Förderung Libyens wird von anderen Opec-Ländern kompensiert, und die irakische Förderung ist trotz bürgerkriegsähnlichen Zuständen ebenfalls auf hohem Niveau. Von daher sieht die IKB den Rohölmarkt weiter stabil. Die Industriebank erwartet in den nächsten zwei Monaten eine Bewegung um die Marke von 65 Dollar je Barrel Brent.

Auch die Gasmärkte sind weiter entspannt. Die gute Versorgung in den USA und Europa bieten Potenzial für Preisrückgänge in den Sommermonaten. Der aktuelle Lieferstopp Russlands an die Ukraine dürfte ebenfalls nicht nennenswert belasten, zumal die Durchleitungen nach Westeuropa davon nicht betroffen sein sollen.

Der Wechselkurs des Euro zum Dollar dürfte weiter unter Druck bleiben. In den nächsten drei Monaten sehen die Experten eine Bewegung zwischen 1,05 und 1,10 Dollar je Euro. Sollte die Krise um Griechenland die Märkte vorübergehend stärker verunsichern, sind auch Notierungen unter 1,05 Dollar je Euro möglich.

Rückblick:

Rohstoffpreise Juni 2015: Rohstoffpreise steigen weiter

Rohstoffpreise Mai 2015: Kommt jetzt die Frühjahrsbelebung auf den Rohstoffmärkten?

Rohstoffpreise April 2015: Wird Rohöl bald wieder teurer?

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