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Länderreport Frankreich

Vizemeister der europäischen Chemieindustrie

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Firmen zum Thema

Investitionen in die Chemiebranche

Größere Neuinvestitionen unternahmen 2010 die japanische Toray Plastic Europe in Ain (70 Millionen Euro), die chinesische Bluestar-Tochter Adisseo (100 Millionen Euro) und Bayer CropScience in Villefranche. Rhodia, einer der führenden französischen Chemiekonzerne, wurde im Frühjahr 2011 vom belgischen Chemieriesen und Konkurrenten Solvay für 3,4 Milliarden Euro übernommen. Ende 2010 hatte Rhodia sich noch die chinesische Feixang Chemicals einverleibt.

Air Liquide, der Weltmarktführer bei Industriegasen, startet 2012 mit neuen Projekten. Die französische Firmengruppe kündigte die Übernahme des russischen Industriegashersteller Logika an. Das Investitionsvolumen beträgt 40 Milliarden Euro. Air Liquide hält damit 75 Prozent des Kapitals des Unternehmens und plant am Standort nahe Moskau die zusätzliche Errichtung einer Anlage zur Gastrennung.

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Total ist derzeit im Petrochemiesektor in Verhandlungen um eine Partnerschaft mit dem chinesischen Branchenriesen Sinopec und der kuwaitischen Kuwait Petroleum International KWI für ein gemeinsames Projekt zur Ölraffination in China.

Außenhandel

Die Einfuhren chemischer Erzeugnisse nach Frankreich legten auch 2011 (im Zeitraum Januar bis November) um 9 Prozent zu, nach einem Plus von 13,5 Prozent im Vorjahr. Bei einem Export von 75,6 Milliarden Euro (Januar bis November 2011) ergibt sich damit in der Chemie ein Handelsbilanzüberschuss von 4,5 Milliarden Euro. Haupteinfuhrprodukte waren Kunststoffe und Produkte daraus, gefolgt von Pharmaerzeugnissen. Das stärkste Importwachstum konnten Düngemittel (+24,6 Prozent) und anorganische Chemikalien (+21,8 Prozent) verbuchen.

Deutsche Chemieerzeugnisse verzeichneten einen Zuwachs um insgesamt 13,4 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. Die bilaterale Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 3,4 Milliarden Euro zugunsten von Deutschland, das wichtigstes Lieferland blieb. Die Einfuhren von Basischemikalien aus Deutschland legten deutlich zu: Sowohl anorganische (+27,8 Prozent) als auch organische Chemikalien (+27,1 Prozent) erfreuten sich starker Nachfrage, daneben Düngemittel, Seifen sowie Kunststoffe und Kunststofferzeugnisse.

Der Anteil der Chemieexporte Frankreichs an den Gesamtausfuhren ist im europäischen Vergleich bereits seit einigen Jahren rückläufig. Diese Tendenz wird nach Einschätzungen des Branchenverbandes UIC auch 2012 fortdauern, mit negativen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit, befürchtet der Verband.

Geschäftspraxis in Frankreich

Der französische Chemieverband UIC stellt auf seiner Internetseite Informationen über den Markt und die Branche zur Verfügung. Die Behörde AFSSAPS ist zuständig für die Zulassung und Regulierung von Medikamenten, biologischen Produkten und

medizinischen Hilfsmitteln.

Im innergemeinschaftlichen Warenverkehr der EU sind die Regelungen des Umsatzsteuer- Kontrollverfahrens in der EU zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern.

Hinsichtlich der Normierung gelten die einschlägigen EU-Richtlinien. Siehe hierzu zum Beispiel die Website des Deutschen Instituts für Normung e.V..

* Quelle: Germany Trade and Invest

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