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Länderreport Frankreich

Vizemeister der europäischen Chemieindustrie

| Autor / Redakteur: Karl-Heinz Dahm, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

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(Bild: wikimedia commons)

Die Chemieindustrie in Frankreich kommt nach gutem Start zum Ende des letzten Jahres etwas ins stottern. Die Prognosen für 2012 sind bisher auch noch sehr zurückhaltend, lediglich bei Kosmetika und Parfums wird weiterhin ein positiver Trend erwartet. Trotz der Wachstumsverlangsamung der fränzösischen Chemieindustrie liegt das Land bei der Produktion von Chemieerzeugnissen in der EU hinter Deutschland auf Platz Zwei und bleibt wichtiger Kunde und Partner.

Paris – Die Chemische Industrie Frankreichs wird auch 2012 weiter wachsen, wenngleich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den beiden Jahren zuvor. Eine Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität im Land und in den Hauptabnehmerländern bremst die Branchenkonjunktur. Importe aus Deutschland legten 2011 (Januar bis November) um 13,4 Prozent zu. Besonders gefragt waren Düngemittel, Basischemikalien sowie Kosmetika und Körperpflegemittel. Deutschland war mit einem Anteil von 20,3 Prozent Hauptlieferland.

Marktentwicklung und -bedarf in Frankreich

Die französische Chemieindustrie zeigte nach einem guten Start im 1. Quartal 2011 deutliche Spuren einer Wachstumsverlangsamung im Jahresverlauf. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Produktion in den ersten neun Monaten 2011 nur noch um durchschnittlich 7 Prozent an. Auch 2012 wird nach Einschätzung des französischen Chemieverbands UIC mit einem signifikant schwächeren Zuwachs zu rechnen sein. Die Hauptgründe hierfür liegen in den Unsicherheiten infolge der stagnierenden Binnenwirtschaft sowie in der Schulden- und Wachstumskrise in den Hauptabnehmerländern der Eurozone.

Stabilisierend wird sich allenfalls die Dynamik in den Schwellenländern auswirken. UIC geht für das Gesamtjahr 2011 von einem quantitativen Branchenwachstum von 4,5 Prozent aus, während die Prognosen für 2012 auf nur noch 1,8 Prozent lauten, gegenüber einer ursprünglichen Schätzung von 2,4 Prozent. Damit liegt das Wachstum der Chemiebranche insgesamt zwar über dem Vorkrisenniveau, in den einzelnen Sparten sieht es jedoch sehr unterschiedlich aus.

Geschäftsklimaindex fällt

Basis- und Sonderchemikalien werden sich analog zur nachlassenden Konjunktur in der verarbeitenden Industrie und im Bausektor entwickeln. Der Geschäftsklimaindex in der verarbeitenden Industrie Frankreichs fiel Ende Januar 2012 im siebten Monat in Folge auf nunmehr 91 Punkte zurück. Insbesondere der Automobilsektor, der 2011 entgegen den Anfangsprognosen noch glimpflich davon gekommen ist, wird 2012 weiter unter Druck geraten. Auch von der Bauindustrie sind 2012 keine wesentlichen Impulse zu erwarten.

Bei Farben, Lacken und Klebstoffen wird daher nur noch ein Anstieg um 1 Prozent antizipiert. Die Sektorprognose der Bank Le Crédit Lyonnais (LCL) ergibt für die verschiedenen Zweige ein ähnliches Bild. Im Bereich anorganische Chemie erwartet LCL ein Wachstum von 1,4 Prozent für 2012, mit den stärksten Zunahmen bei Düngemitteln (+2,5 Prozent) und bei Industriegasen (+2 Prozent). Der Außenhandel mit Deutschland im Düngemittelsektor verlief 2011 (Januar bis November) besonders dynamisch, mit Steigerungsraten von mehr als 50 Prozent.

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