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Digitaler Zwilling Virtuelles Abbild im realen Einsatz

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Ein 3D-Modell ist die Konstruktionsbasis für ein Produkt, ein kompletter digitaler Zwilling aber ist die Basis für die Digitalisierung. Den realen Einsatz eines solchen digitalen Zwillings, zeigt Siemens auf der Hannover Messe.

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Ein Servicetechniker erhält am realen Produkt beispielsweise Informationen zu den verbauten Komponenten – über Augmented Reality.
Ein Servicetechniker erhält am realen Produkt beispielsweise Informationen zu den verbauten Komponenten – über Augmented Reality.
(Bild: Stefanie Michel )

Hannover – Am Stand von Siemens PLM ist es bereits spürbar: Die Software alleine spielt eine untergeordnete Rolle; anschauliche Beispiele zeigen hingegen wie Software und Hardware verschwimmen.

Mit Software von Siemens PLM lassen sich 1D- bis 3D-Simulationen erstellen, die Mechanik, Software, Elektronik und Automatisierung abdecken. Es ist somit möglich, ganzheitliche digitale Zwillinge von Produkten, aber auch von Produktionsanlagen zu erstellen und daraus dann digitale Informationen für den Service zur Verfügung stellen. Man ist jedoch nicht mehr nur darauf beschränkt, ein digitales Abbild kommender oder bestehender Produkte und Anlagen zu entwickeln. In Verbindung mit Mindsphere lassen sich vorhandene Modelle auch altern.

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Systeme müssen miteinander kommunizieren können

Wie Peter Scheller, Marketing Director NX, berichtet, besteht allerdings die Herausforderung darin, dass die verschiedenen Systeme in Konstruktion, Produktion und Service miteinander sinnvoll kommunizieren können. Hier ist Offenheit gefragt, die Zeit der monolithischen Systeme ist passé. „Die Softwareentwicklung geht heute so schnell, dass man sich Partner suchen muss“, weiß Scheller. Und die hat Siemens unter anderem mit SAP, Microsoft und Bosch.

Doch was hat letztendlich der Kunde vom digitalen Zwilling? Zum einen ist es hilfreich, im Vorfeld beispielsweise den Automatisierungscode oder die Ergonomie virtuell zu testen. Zum anderen – und das ist laut Scheller noch viel wichtiger – funktioniert dank der virtuellen „Vorarbeit“ die Inbetriebnahme auf Anhieb. Doch damit ist die Aufgabe eines digitalen Zwillings noch lange nicht beendet. Er liefert außerdem Daten und Informationen für den Service: angefangen von reinen Konstruktionsdaten über reale Sensordaten bis hin zu Arbeitsanweisungen. Dies alles kann über Augmented Reality auf einfache Weise zur Verfügung gestellt werden.

Event-Tipp der Redaktion Im siebten Jahr seines Bestehens entwickelt sich der Digital Plant Kongress zum Smart Process Manufacturing Kongress weiter und begleitet ab sofort als erste deutsche Netzwerkplattform den digitalen Transformationsprozess der deutschen Prozessindustrie in seiner vollen fachlichen Breite. Weitere Informationen zur Veranstaltung am 11./12. Oktober 2017 finden Sie auf unserer Eventseite.

Digitalisierung kann neue Geschäftsmodelle realisieren

Bevor das jedoch soweit kommt, muss sich allerdings jedes Unternehmen, jeder Firmenchef fragen, wohin es mit der Digitalisierung gehen soll. Wie Scheller erklärt, sind Ideen nötig, Visionen und Geschäftsmodelle. Ist klar, wo die Business Cases liegen, wo jeder sein Know-how sieht, dann kann Digitalisierung neue Wege ermöglichen.

Beispiele für Digitalisierung

Am Beispiel der Molkereiindustrie veranschaulicht Siemens auf der Hannover Messe 2017, dass sowohl die Prozess- als auch die diskreten Abläufe in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie von der Digitalisierung profitieren können. Hohe Kostensensibilität und Massenfertigung einerseits sowie eine wachsende Vielfalt an Geschmacksrichtungen und innovativen Verpackungen andererseits sind typisch für die Molkereibranche.

Auch im Energiemanagement wird die intelligente Nutzung von Daten immer wichtiger. Um dynamische, vernetzte Produktionsumgebungen zu unterstützen, ist ein reibungsloses Zusammenspiel von Hard- und Software mit einem systematischen Datenmanagement notwendig. Auf dem Siemens-Stand können sich Besucher die Integration des Energiemanagements anhand einer realen Produktionsmaschine anschauen.

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