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Aseptische Abfüllung Vetter rüstet technisch weiter auf

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Vetter investiert in den nächsten fünf Jahren 300 Millionen Euro in neue Produktionskapazitäten und technische Weiterentwicklungen. Technisches Highlight ist ein selbst entwickeltes RAPS-Konzept, das eine automatisierte Dekontamination des Reinraums ermöglicht.

Fertiggestellter Rohbau: Teil der 300 Millionen Euro-Investition ist der Ausbau des Zentrums für Optische Kontrolle und Logistik am Standort Ravensburg Vetter West.
Fertiggestellter Rohbau: Teil der 300 Millionen Euro-Investition ist der Ausbau des Zentrums für Optische Kontrolle und Logistik am Standort Ravensburg Vetter West.
(Bild: Vetter)

Ravensburg – Beim Pharmadienstleister Vetter laufen die Geschäfte offenbar gut. Das Unternehmen teilt mit, das in den kommenden fünf Jahren Investitionen von rund 300 Millionen Euro geplant sind. Damit will Vetter seine Standorte erweitern und weiterentwickeln.

Der Pharmadienstleister ist spezialisiert auf die aseptische Abfüllung von Parenteralia. Geplant sind neben neben Neubauten und anderen Kapazitätserweiterungen unter anderem auch die standortübergreifende Umsetzung des in Eigenregie entwickelten optimierten RABS-Konzeptes sowie weitere Hightech-Ausstattung.

Ein Großteil der Investitionen werde im Produktionsstandort Schützenstraße umgesetzt, der innerhalb der nächsten Jahre weiterentwickelt werden soll. Bereits 2013 hat Vetter hier ein neues Multifunktionsgebäude für Entwicklung und ie Informationstechnologie (IT) zu bauen begonnen In den kommenden Jahren soll es am Standort weitere Neu- und Umbauten sowie Modernisierungen an Technik und Infrastruktur geben.

Auch der Standort Ravensburg Vetter Süd wird erweitert. Hier investiert Vetter unter anderem in zusätzliche Fertigungslinien. Am Standort Ravensburg Vetter West entsteht zusätzlich zum erst 2012 neu eröffneten Zentrum für Optische Kontrolle und Logistik ein zweites Gebäude mit weiteren Kapazitäten für die Endprüfung der abgefüllten Medikamente sowie umfassende Lagerflächen.

Das Unternehmen vergrößert damit seine Kapazitäten vor Ort um mehr als das Doppelte. Die Rohbauarbeiten am neuen Standort sind bereits abgeschlossen, so dass dieser aus heutiger Sicht wie geplant im Jahr 2017 in Betrieb genommen werden kann.

Alle drei Erweiterungen erhöhen die Kapazitäten des Unternehmens im Bereich Wirkstoffabfüllung und Logistik.

RAPS-Konzept mit vollautomatischer Reinraumdekontamination

Zentrales Element der technischen Weiterentwicklungen wird die unternehmensweite Implementierung eines eigens von Vetter entwickelten, optimierten Restricted Access Barrier-Systems (RABS)-Konzeptes sein. Seit Jahrzehnten setzt der Pharmadienstleister in der aseptischen Fertigung auf RABS. Die Methode erreicht das von Regulierungsbehörden geforderte Sterilitätsniveau und ermöglicht dabei gleichzeitig einen schnellen und sicheren Produktwechsel.

Die Eigenentwicklung des Unternehmens verbindet die Vorteile der RABS-Technologie mit denen eines Isolators: Zentrales Element des optimierten RABS-Konzeptes ist eine vollautomatisch ablaufende Dekontamination des Reinraumes mit Wasserstoffperoxid (H2O2) innerhalb eines für heutige Standards einzigartig schnellen Dreistundenzyklus. Nach dem am Standort Schützenstraße in einem Reinraum erfolgreich abgeschlossenen Pilotprojekt wird Vetter das Konzept über die nächsten Jahre in sämtlichen Reinräumen implementieren.

Alle geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, zukünftige Kundenerwartungen und regulatorische Anforderungen bereits frühzeitig erfüllen zu können. Das Unternehmen richtet sich damit auch auf den sich wandelnden internationalen Pharmamarkt aus, der aktuell von Themen wie komplexer werdenden Molekülen oder auch geringeren Stückzahlen geprägt ist.

„Wir kennen unseren Markt und bereiten uns frühzeitig auf Veränderungen vor. Dafür spielen kontinuierliche Investitionen in unsere Standorte eine wichtige Rolle, die zu einer erfolgreichen Zukunft für uns und unsere Kunden beitragen“, unterstreicht Vetter-Geschäftsführer Peter Sölkner.

Sein Geschäftsführungs-Kollege Thomas Otto fügt hinzu: „Als zuverlässiger Partner für die Medikamentenentwicklung und -herstellung ist es uns wichtig, jedes einzelne Kundenprojekt zuverlässig und erfolgreich abzuschließen – heute und in Zukunft. Mit den Investitionen gehen wir dazu den richtigen Schritt zur richtigen Zeit.“

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