Newsticker Januar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Verpuffung in Gebäude des Chemparks Leverkusen – vier Verletzte

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17.01.2022

Tübingen (dpa) *19:16 Uhr – Nächster Abgang bei Curevac: Technologie-Chefin geht nach 16 Jahren

Beim Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac geht der personelle Umbruch in der Führung weiter. Die bisherige Technologie-Chefin und Vorstandsmitglied Mariola Fotin-Mleczek werde die Firma Ende Januar nach 16 Jahren verlassen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Ihren Job soll Igor Splawski übernehmen, der bisher Forschungschef war. Fotin-Mleczek wolle nach 33 Jahren in Deutschland zurück in ihre Heimat Polen und dort ein Familienunternehmen außerhalb der Biotech-Branche aufbauen, hieß es.

Curevac war nach hoffnungsfrohem Start schließlich Mitte 2021 daran gescheitert, einen Corona-Impfstoff auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen will jetzt Vorreiter sein bei der Entwicklung eines neuen Vakzins der zweiten Generation. Im Vorstand hat es in den vergangenen anderthalb Jahren mehrere Wechsel gegeben.

Chalampé (dpa) *17:08 Uhr – Chemiekonzern BASF errichtet neue Anlage im Elsass

Der Chemiekonzern BASF will eine neue Anlage im Elsass errichten und seine Tätigkeiten im südbadischen Freiburg ausbauen. In der geplanten elsässischen Anlage in Chalampé soll das Kunststoffvorprodukt Hexamethylendiamin (HMD) hergestellt werden, wie der Dax-Konzern am Montag in Ludwigshafen mitteilte. Die Anlage soll demnach 2024 in Betrieb gehen. In Freiburg wolle man die Polyamid-6.6-Produktion ausbauen. HMD ist ein Vorprodukt für die Herstellung von Polyamid 6.6-Kunststoffen und Lackrohstoffen. Diese würden beispielsweise in der Autoindustrie und zur Herstellung von Spezialfasern eingesetzt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war am Montag nach Chalampé unmittelbar an der Grenze zu Deutschland gereist. BASF investiere dort 300 Millionen Euro und stelle damit erneut Vertrauen in Frankreich unter Beweis, schrieb er auf Twitter. Dank der neuen Anlage würden 60 Arbeitsplätze in der Region geschaffen.

Bielefeld/Ettlingen (dpa) *16:44 Uhr –Dr. Oetker schließt Werk in Baden-Württemberg

Der Lebensmittelkonzern Dr. Oetker schließt ein Werk in Baden-Württemberg. Betroffen sind laut Mitteilung von Montag rund 190 Mitarbeiter der Produktion in Ettlingen bei Karlsruhe. Seit 2016 schreibe der Bereich Verluste, teilte das Unternehmen weiter mit.

In dem Werk werden Produkte wie Soßen und Suppen für Großverbraucher wie Kantinen oder die Gastronomie produziert – Dr. Oetker spricht vom würzigen Nährmittelsortiment. Die Produktion werde schrittweise eingestellt, einige Produkte in Zukunft an anderen Standorten hergestellt. Mit dem Betriebsrat will Dr. Oetker jetzt über einen Interessenausgleich verhandeln.

Erhalten bleiben in Ettlingen 50 Arbeitsplätze im Bereich Marketing, Vertrieb und Verwaltung. Dr. Oetker begründet den Schritt mit einer seit Jahren kontinuierlich sinkenden Nachfrage. Die Corona-Pandemie habe den Effekt noch verstärkt.

Die Lebensmittelsparte von Dr. Oetker war 2020 ohne große Einbrüche durch die Corona-Pandemie gekommen. Für 2021 liegen noch keine Zahlen vor. Nur der Bereich «Außer-Haus-Markt» musste angesichts geschlossener Kantinen und Restaurants einen Umsatzrückgang hinnehmen. Die Firma mit Zentrale in Bielefeld hatte 2020 mit weltweit 34.000 Beschäftigen einen Umsatz von 3,71 Milliarden Euro vermeldet.

Abu Dhabi (dpa) *12:37 Uhr – Mutmaßlicher Drohnenangriff in Abu Dhabi – mindestens drei Tote

Bei einem mutmaßlichen Drohnenangriff der Huthi-Rebellen aus dem Jemen sind in der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi mindestens drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Dort kam es am Montag auf einem Industriegelände und nahe Lagerstätten des staatlichen Ölkonzerns Adnoc zu einer Explosion an drei Erdöltanks, wie die Polizei mitteilte. Zeitgleich brach auf einer Baustelle des internationalen Flughafens ein Feuer aus. Beide Orte seien möglicherweise mit Drohnen angegriffen worden, teilte die Polizei der Staatsagentur WAM zufolge mit.

Leverkusen (dpa) *12:05 Uhr – Chemiekonzern Covestro will grünen Wasserstoff aus Australien kaufen

In seinen Werken in Asien, Nordamerika und Europa will der Chemiekonzern Covestro künftig umweltfreundlich produzierten Wasserstoff aus Australien einsetzen. Geplant ist eine langfristige Liefervereinbarung mit dem australischen Hersteller Fortescue Future Industries (FFI).

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Die Lieferungen von FFI könnten sich auf bis zu 100.000 Tonnen grünem Wasserstoff und Wasserstoffverbindungen wie etwa Ammoniak pro Jahr belaufen. Erste Lieferungen soll es 2024 geben. Zum Vergleich: Die deutsche Chemieindustrie benötigt nach Angaben des Branchenverbandes VCI jährlich gut eine Million Tonnen Wasserstoff, hieß es 2020 in einem Positionspapier.

Der vor allem mit Sonnenstrom hergestellte Wasserstoff solle mit Spezialschiffen transportiert werden, sagte ein Covestro-Sprecher. Die Stoffe sollen zunächst vor allem als Grundstoffe eingesetzt werden. Später ist auch ein Einsatz als Energieträger geplant. Covestro könne mit der Vereinbarung seine Treibhausgasemissionen um bis zu 900.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr reduzieren, betonte das Unternehmen.

Greifswald (dpa/mv) *09:16 Uhr – Arzneimittelproduzent Cheplapharm plant Börsengang

Der Arzneimittelhersteller Cheplapharm mit Sitz in Greifswald will bis Ende März an die Börse gehen. Dabei strebt das Pharmaunternehmen aus der Ausgabe neuer Aktien einen Erlös von rund 750 Millionen Euro an, wie die Aktiengesellschaft am Montag mitteilte. Mit den Einnahmen sollen Schulden zurückgezahlt sowie Produktrechte erworben werden. Cheplapharm verfügt über keine eigene Forschung und Entwicklung, sondern kauft etablierte Medikamente von großen Pharmaunternehmen, die es dann in Lohnfertigung herstellen lässt und vertreibt. In den neun Monaten bis zum 30. September 2021 erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 793 Millionen Euro.

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