Newsticker Januar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Verpuffung in Gebäude des Chemparks Leverkusen – vier Verletzte

Seite: 7/18

Anbieter zum Thema

19.01.2022

Berlin (dpa/bb) *17:34 Uhr – IG Metall: Siemens-Abspaltung betrifft 400 Beschäftigte in Berlin

Der Technologiekonzern Siemens trennt sich von seinem Geschäft mit großen Maschinen - der Schritt beschäftigt im kommenden Jahr auch die Gewerkschaft IG Metall in Berlin. Rund 400 Beschäftigte seien in der Hauptstadt von der Abspaltung betroffen, sagte die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, Regina Katerndahl, am Mittwoch bei einem Ausblick auf dieses Jahr. Die IG Metall werde sich deshalb für den Erhalt der Beschäftigungsverhältnisse und der Tarifbindung einsetzen.

Die Siemens-Motorensparte LDA hat ihren Hauptsitz in Nürnberg, beschäftigt dort und in Berlin rund 2200 Mitarbeiter sowie in Tschechien, den USA und China weitere 4800. Hauptprodukt sind große Motoren für den Bergbau, die Chemie-, Öl- und Gasindustrie.

Schon die Abspaltung der Siemens-Energiesparte habe gezeigt, dass sich der Konzern immer stärker von der Industrieproduktion zu einem Softwareunternehmen entwickle, sagte Katerndahl. Auf diese neuen Kernbereiche müsse sich die Gewerkschaft in Zukunft einstellen. Es brauche mit den Beschäftigten die Einmischung in die Fragen, was und wie produziert werde und welche Qualifikationen die Beschäftigten dafür benötigten.

München (dpa/lby) *16:52 Uhr – Krebspatient scheitert mit Millionenklage gegen Pharmahersteller

Ein an Krebs erkrankter Mann ist vor dem Landgericht München II mit einer Millionenklage gegen einen Arzneimittelhersteller gescheitert. Der Kläger hatte argumentiert, er sei durch das Blutdruck senkende Medikament an einem Analkarzinom erkrankt. Chargen des Medikaments waren später wegen einer Verunreinigung des dem potenziell krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin (NDMA) zurückgerufen worden.

Nachdem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Juli 2018 eine Information über den Rückruf herausgegeben hatte, forderte er den Hersteller zur Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von einer Million Euro auf.

Das Gericht wies nun die Klage ab. Der Kläger habe auch nach ausdrücklichem Hinweis des Gerichts nichts Konkretes dazu vorgetragen, wann genau er das Medikament tatsächlich eingenommen hatte, hieß es zur Begründung. Daher musste auch keine Beweisaufnahme durch Sachverständigen-Gutachten erfolgen zu der Frage, ob die Einnahme des Medikamentes überhaupt die Ursache für das Karzinom gewesen sein konnte, hieß es weiter.

Der Mann habe pauschal angegeben, er habe seit Dezember 2011 bis zur Diagnose der Krebserkrankung im Jahr 2016 das Arzneimittel regelmäßig eingenommen. Er hatte behauptet, sämtliche Chargen, aus denen er Tabletten erhalten habe, seien von der Verunreinigung betroffen gewesen. Die Herstellerfirma hatte dies bestritten. Damit fehle ein konkreter Anhaltspunkt für eine Beweiserhebung, ob das Karzinom auf die Einnahme zurückgehen konnte, urteilte das Gericht.

Johannesburg (dpa) *12:53 Uhr – Neue Produktionsstätte soll Impfstoff-Produktion in Afrika befeuern

Afrika baut seine Impfstoffproduktion von aktuell weniger als einem Prozent mit einer neuen Anlage in der südafrikanischen Touristenmetropole Kapstadt aus. Als Beginn einer neuen Ära würdigte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa am Mittwoch die Eröffnung der Produktionsstätte, die bis zum Jahr 2025 rund eine Milliarde Impfstoffe für den gesamten Kontinent herstellen will.

Zugleich soll sie nach dem Willen ihrer Gründer auch für einen Wissenstransfer sorgen. Dahinter steckt das kalifornische NantWorks-Konglomerat, das auf Medizintechnologie spezialisiert ist.

Die NantSA-Anlage soll nicht nur Impfstoffe zum Schutz vor dem Coronavirus, sondern auch vor anderen Krankheiten, wie Malaria, Tuberkulose, Gelbfieber oder HIV erforschen und herstellen.

Die Afrikanische Union (AU) plant, bis 2040 bis zu 60 Prozent aller auf dem Kontinent benötigten Vakzine vor Ort herzustellen. Für diese Zwecke gründete die AU im Vorjahr die Afrikanische Medizin-Agentur (AMA). Länder wie Südafrika, Ägypten, Marokko, Senegal und Ruanda sind mit entsprechenden Projekten Vorreiter.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Auch Kenia und Nigeria wollen in naher Zukunft in die Impfstoffherstellung einsteigen. Als wichtiger Schritt beim Aufbau einer kontinentalen Impfstoffproduktion gilt auch die Gründung der Afrikanischen Medizin-Agentur (AMA). In Afrika haben gerade mal 11 Prozent der Bevölkerung eine vollständige Grundimmunisierung gegen das Coronavirus.

(ID:47903852)