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Energiemanagement Vermarktung der Flexibilitätspotenziale im Energiemarkt bislang unzureichend

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Industrieunternehmen in Deutschland bieten erst rund ein Fünftel ihrer gesamten Flexibilitätspotenziale am Regelleistungsmarkt an, schätzt das Power-to-Heat Unternehmen Enerstorage. Welche ungenützten Chancen im Energiemarkt verborgen liegen, wissen die Unternehmen dabei oftmals nicht.

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Enerstorage unterstützt Unternehmen nicht nur bei der Vermarktung von Power-to-Heat-Anlagen, sondern vermarktet auch Bestandsanlagen seiner Partner sowie Anlagen weiterer Unternehmen.
Enerstorage unterstützt Unternehmen nicht nur bei der Vermarktung von Power-to-Heat-Anlagen, sondern vermarktet auch Bestandsanlagen seiner Partner sowie Anlagen weiterer Unternehmen.
(Bild: Enerstorage)

München – Die Vermarktung von Flexibilitäten gewinnt im Energiemanagement der Unternehmen an Bedeutung. Im zunehmend volatilen Strommarkt ergeben sich für alle Unternehmen mit hohem Energiebedarf neue Chancen, ihre Energieversorgung und ihren Energieverbrauch aktiv zu steuern und dadurch ihre Kosten zu senken. Mit einem übergreifenden Energiemanagement können sie zudem ihre Flexibilitäten gewinnbringend am Regelleistungsmarkt vermarkten.

„Weil das aber nicht zu ihrem Kerngeschäft gehört, wissen die meisten Unternehmen nicht, welche ungenutzten Chancen sie hier haben“, sagt Tobias Assmann, Mitgründer von Enerstorage. Der Pionier im industriellen Power-to-Heat-Markt sieht hier große Erlöspotenziale brach liegen. Nach seinen Schätzungen bietet erst rund ein Drittel aller Industrieunternehmen in Deutschland ihre Flexibilität am Regelleistungsmarkt an.

Insgesamt hat die deutsche Industrie erst einen Anteil am Regelleistungsmarkt von unter 10 %. Theoretisch möglich hält Enerstorage einen Anteil von über 50 %. Große ungenutzte Flexibilitätspotenziale liegen in der Chemieindustrie, in der Abfallwirtschaft und in der Papier- und der Lebensmittelindustrie. Über Contracting-Dienstleister wie Enerstorage haben sie die Möglichkeit, ohne selbst in eine zehn Megawattanlage zu investieren, direkt Mehrerlöse von über 100 000 Euro pro Jahr zu erzielen.

Teilnahme der Industrie am Regelleistungsmarkt

Ein umfassendes Flexibilitätsmanagement ist nicht nur für die Unternehmen wirtschaftlich attraktiv, sie stabilisieren damit gleichzeitig die Stromnetze und stützen die Energiewende in noch größerem Maße als sie es mit Demand Side Management tun können. Dass trotzdem erst wenige Unternehmen am Regelleistungsmarkt teilnehmen, liegt neben fehlendem Knowhow daran, dass die einzelnen Flexibilitäten der Unternehmen oft zu klein sind, um direkt vermarktet zu werden.

Dienstleister wie Enerstorage helfen ihnen, ihre Lasten zu Pools zusammenzuschließen und sie gebündelt am Regelleistungsmarkt anzubieten. Ein großes und aufgrund der Lastgröße direkt vermarktbares Flexibilitätspotenzial bieten industrielle Power-to-Heat-Anlagen. Weil sie speziell für die Erbringung von Regelleistung ausgelegt und durch ihre Unabhängigkeit vom Produktionsprozess ständig verfügbar sind, erlauben sie diverse Lastspiele sowie steile Lastgradienten. „Das macht sie für den Regelleistungsmarkt so attraktiv“, erklärt Assmann.

Hilfe für Vermarktung von Power-to-Heat-Anlagen

Enerstorage ist seit Herbst präqualifizierter Regelleistungsanbieter. Seither unterstützt Enerstorage Unternehmen nicht nur bei der Vermarktung von Power-to-Heat-Anlagen im Rahmen des Enerstorage Contractingmodells, sondern vermarktet auch Bestandsanlagen seiner Partner sowie Anlagen weiterer Unternehmen. Der Vermarktungsfokus liegt im Sekundärregelleistungsmarkt und im Minutenreserveleistungsmarkt sowie auf den Regionen der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und 50 Hertz.

„Mit unserem erweiterten Angebot haben Unternehmen jetzt einen zentralen Ansprechpartner, der für sie die Vermarktung all ihrer Flexibilitäten übernimmt und den Überblick behält“, sagt Assmann. Partner von Enerstorage in der Vermarktung ist die Tiwag-Tiroler Wasserkraft. Sie übernimmt die leittechnische und fernwirktechnische Anbindung der Anlagen.

Blick in die Zukunft von industriellen Flexibilitätspotenzialen

Um weitere industrielle Flexibilitäten zu erschließen müssten vor allem regulatorische und preisliche Hürden beseitigt werden. Assmann konkretisiert: „Nebenkosten und Umlagen müssen genauso wie die Börsenpreise flexibel sein. Ansonsten wird das Stromangebot künstlich hochgetrieben, weil sich erst bei sehr hoher Energieeinspeisung das Flexibilitätsmanagement lohnt.“ Das behindert den dringend notwendigen Wettbewerb und die sinnvolle Nutzung von Stromüberschuss.

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