Energie-Effizienz Verbrauchen Sie noch oder Sparen Sie schon? So profitieren Sie von Energie-Effizienz-Fördermitteln!

Autor / Redakteur: Silke Liehr* / Dominik Stephan

Warum sich Förderanträge für Energiesparmaßnahmen auch für kleine Firmen lohnen  – Energiesparen macht sich dank öffentlicher Fördermittel doppelt bezahlt. Aktuelle Maßnahmen zielen dabei besonders auf kleine oder mittelgroße Unternehmen und Betriebe, wie Sie in der Prozessindustrie nicht selten sind. Zeit zum Umdenken – auch wer bisher vor dem vermeintlichen Aufwand zurückgeschreckt ist, schafft mit diesen Tipps den Einstieg in die Welt der Effizienz.

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(Bild: Tüv Nord; © Robert Kneschke, Ralf Gosch – stock.adobe.com [M] Beeger)

Gutes tun und sich dafür bezahlen lassen – das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch beim Energiesparen können Firmen neben niedrigeren Stromkosten und geringeren Emissionen auch von öffentlichen Fördermitteln profitieren: Zahlreiche Förderprogramme für Energieeffizienz-Maßnahmen wurden seit 2016 neu oder erweitert aufgelegt, bis 2023 sollen weitere hinzukommen.

Und das nicht nur für Großkonzerne – gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) können davon enorm profitieren. Doch die Fördermöglichkeiten werden kaum genutzt – auch, da vielen Unternehmern nicht bewusst ist, dass sie einen Anspruch auf Zuschüsse haben.

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„Gerade einmal 15 Prozent der deutschen Unternehmen setzen Energieeffizienzmaßnahmen um“, berichtet Armin Sulzmann, Experte für Energiesysteme bei CP Energie und Referent der TÜV Nord Akademie, aus der Praxis. „Davon nutzen auch nur wenige die verfügbaren Fördermöglichkeiten teilweise oder vollständig aus – und das obwohl jedes zweite Unternehmen plant, zukünftige Ausgaben für Energieeffizienzmittel fördern zu lassen. Dabei sind je nach Maßnahme und Förderprogramm ein Zuschuss von 20 bis 80 Prozent möglich.“

Dabei gilt alles als Energieeffizienzmaßnahme, was hilft, Strom, Wärme und/oder allgemein CO2 einzusparen. Dazu gehören beispielsweise der Einsatz effizienterer Maschinenteile und Anlagen, die Rückgewinnung von Energie, die Nutzung von Abwärme oder eine effiziente Wärmedämmung. Wer solche und ähnliche Maßnahmen im Unternehmen neu plant, kann einen Zuschuss bei den jeweiligen Förderstellen beantragen.

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Für kleine und mittlere Unternehmen gibt es viele Möglichkeiten, Energie zu sparen. Wo die größten Potenziale liegen, verrät eine unabhängige Energieberatung. Die Kosten dafür müssen die Firmen nicht alleine Schultern: Das BMWi übernimmt bis zu 80 Prozent des Beraterhonorars. Dabei hängt die Höhe der Förderung von den Energiekosten des Betriebs ab:

  • Bei Kosten über 10 000 Euro werden 80 Prozent des Beraterhonorars (bis 8000 Euro) übernommen.
  • Bei weniger als 10 000 Euro können bis zu 80 Prozent der Kosten erstattet werden – bis 1200 Euro.

Wichtig: Die Förderung der „Energieberatung im Mittelstand“ sind auf Firmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz bis 50 Millionen Euro beschränkt. Die Energieberatung muss ein qualifizierter und unabhängiger Experte durchführen.

Zurzeit gibt es drei große nationale Förderinstitute in Deutschland: das Bundesamt für Ausfuhr (BAFA), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Industrie (BMWi). Zusätzlich hat jedes Bundesland eigene Förderschwerpunkte.

„Voraussetzung ist häufig, dass die Maßnahme den Energieverbrauch um mindestens 25 Prozent senkt“, sagt Sulzmann. „In der Praxis gibt es aber auch oft Fälle, bei denen Werte von 50 Prozent und mehr erreicht werden.“

Wie vorgehen?

Die Antragstellung muss in jedem Fall vor der Umsetzung der entsprechenden Energieeffizienz-­Maßnahme erfolgen. Rückwirkend kann eine Förderung für eine umgesetzte Maßnahme leider nicht mehr beantragt werden.

Grundlage des Antrags ist ein so genanntes Energieeffizienz-Konzept, welches meist von einem Energieberater erstellt wird. Dabei wird berechnet, ob durch die geplante Maßnahme Einsparungen erreicht werden und in welcher Höhe. Ist das der Fall, kann die Förderanfrage bei der entsprechenden Behörde eingereicht werden.

„In den meisten Fällen kann direkt nach Abgabe des Antrags bei der Behörde mit der Umsetzung der Maßnahme begonnen werden. Der Unternehmer muss nicht zwangsweise warten, bis eine Bestätigung oder Ablehnung der Förderung kommt“, so der Experte für Energiesysteme.

Zuviel Auswahl?

Auf viele Unternehmer wirkt die breite Auswahl an Förderprogrammen und Anträgen auf den ersten Blick abschreckend. Oft wird deshalb gar nicht erst der Versuch unternommen, eine Förderung zu beantragen oder eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Daneben bereitet einigen Interessierten die grundlegende Frage Schwierigkeiten: Handelt es sich bei dem Betrieb um ein Großunternehmen oder ein KMU? Diese Frage muss vor Antragstellung geklärt sein, um die passende Förderung für den eigenen Betrieb zu finden.

Hinzu kommt, dass oftmals nicht klar ist, welche Maßnahmen überhaupt förderfähig sind und ob diese ausreichen, um die erforderlichen Einsparungen zu erreichen. Häufig besteht auch Unklarheit darüber, ob mehrere Einsparmaßnahmen gleichzeitig gefördert werden.

Dies ist generell möglich, da unterschiedliche Maßnahmen bei einer oder verschiedenen Förderstellen eingereicht werden können. Wichtig ist zu beachten, dass jede Maßnahme nur einmal eingereicht werden darf. In einigen Fällen ergibt auch die Kombination einzelner Maßnahmen Sinn. Hier hilft eine Energieberatung mit Fördermanagement, bei der ein Energieberater prüft, ob durch den zeitgleichen Antrag verschiedener Maßnahmen eine höhere Förderungssumme erzielt werden kann. „Auch, wenn es einige Punkte zu klären gilt, bevor ich mich für eine Energieeinsparmaßnahme entscheide und die Förderung beantrage, rate ich Unternehmern, den geringen Aufwand zu tätigen, denn der Erlös lohnt sich mit Sicherheit“, bekräftigt Sulzmann. Wenn Einsparmöglichkeiten geschickt kombiniert werden, refinanzieren sich Energieeffizienz-­Maßnahmen teilweise schon nach weniger als drei Jahren.

* * Die Autorin ist Produktmanagerin Managementsysteme TÜV Nord Akademie, Hannover. Kontakt: Tel. +49-511-998-62087

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