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Alternativer Entwicklungspfad bis 2030 VCI plädiert für industriepolitische Kurskorrektur

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Der deutschen Wirtschaft geht es derzeit gut. Das sei aber kein Garant für die Zukunft. Aus Sicht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) sollte die nächste Bundesregierung die Weichen für künftiges Wachstum stellen und eine wirtschaftspolitische Kurskorrektur zur Stärkung von Innovationen und Investitionen vornehmen. Bruttoinlandsprodukt, Einkommen der Bürger und Produktion der Industrie ließen sich durch einen Mix aus Maßnahmen gegenüber dem Status quo deutlich steigern, so der Verband. Das zeige eine Modellrechnung des Forschungsinstituts Prognos für den VCI.

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Die Berechnung von VCI/Prognos zeigt einen alternativen Entwicklungspfad bis 2030 auf.
Die Berechnung von VCI/Prognos zeigt einen alternativen Entwicklungspfad bis 2030 auf.
(Bild: VCI)

Frankfurt – Die Modellrechnung ergänzt die gemeinsame Analyse aus dem letzten Jahr, wie sich die chemisch-pharmazeutische Industrie bis 2030 entwickeln wird. „Ein positives Umfeld für Innovationen und Investitionen kombiniert mit effizienter Regulierung und Augenmaß in der Energiepolitik setzt Kräfte frei, die die gesamtwirtschaftliche Leistung Deutschlands mobilisieren. Das schafft langfristig Wohlstand für Deutschland“, unterstreicht VCI-Präsident Kurt Bock.

Den Berechnungen liegen folgende Kernannahmen zugrunde:

  • Bund, Länder und Gemeinden erhöhen die Ausgaben für die Verbesserung der Infrastruktur und die Förderung von Bildung und Forschung.
  • Eine für alle Unternehmen geltende steuerliche Forschungsförderung, technologieoffene Projektförderung und ein leichterer Zugang zu Wagniskapital regen zusätzliche Innovationen in der Wirtschaft an.
  • Der Bund beteiligt sich zukünftig an den Kosten der Energiewende. Durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien entstehen keine zusätzlichen finanziellen Belastungen für die Verbraucher. Dadurch verbessert sich die Planungssicherheit für die Investitionen energieintensiver Unternehmen.
  • Der Abbau von regulatorischen Innovations- und Investitionshemmnissen erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Was eine Kurskorrektur bewirken kann

Eine Änderung der industriepolitischen Rahmenbedingungen würde bei den Unternehmen zusätzliche Innovationen und Investitionen anregen. Der technologische Fortschritt würde dadurch beschleunigt. Neue Technologien fänden in der Industrie rasch Anwendung. Der Anlagenpark wäre effizienter, produktiver und wettbewerbsfähiger, so der VCI.

Dies könnte die Wirtschaftsleistung in Deutschland beflügeln: Nach den Berechnungen von Prognos würde die jährliche Wachstumsrate des BIP um 0,2 Prozentpunkte steigen. Dann läge das Bruttoinlandsprodukt 2030 um 86 Milliarden Euro (+2,6 %) über dem Basisszenario, das jährlich erwirtschaftete BIP je Einwohner wäre 2030 real 1100 Euro höher als in der Basisprognose. Die Produktion der Industrie fiele rund 3 % höher aus.

In der innovationsstarken chemisch-pharmazeutischen Industrie würde die wirtschaftspolitische Kurskorrektur besonders große Früchte tragen: Unter den veränderten Rahmenbedingungen liegen die Investitionen der Chemieunternehmen im Jahr 2030 um rund 600 Millionen Euro (+10 %) und die Forschungsbudgets um mehr als 900 Millionen Euro (+7 %) höher.

Die Chemieproduktion läge im Jahr 2030 um 3,5 % über dem Basisszenario. Das Pharmageschäft und die Spezialchemie profitieren in der Modellrechnung besonders stark, während die Basischemie wegen der im internationalen Vergleich hohen Rohstoffkosten bis 2030 trotz der besseren Rahmenbedingungen kaum wachsen würde.

Das attraktivere Investitionsklima befördere die Energieeffizienz der Produktion. Dadurch sänke der Energieverbrauch der Branche bis 2030 um mehr als 5 %. Die zusätzlichen Investitionen in Anlagen und Forschung können einen wertvollen Beitrag zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts Deutschland leisten.

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