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Britisches Unterhaus lehnt "Deal" ab

VCI fordert Übergangslösungen bei ungeordnetem Brexit

| Redakteur: Alexander Stark

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) fordert, bei einem ungeordneten Brexit eine Übergangslösungen für die chemisch-pharmazeutische Industrie auszuhandeln.
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Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) fordert, bei einem ungeordneten Brexit eine Übergangslösungen für die chemisch-pharmazeutische Industrie auszuhandeln. (Bild: Pixabay / CC0)

Am vergangenen Dienstag hat eine Mehrheit der Abgeordneten im britischen Unterhaus das von Premierministerin Theresa May vorgelegte Austrittsabkommen mit der EU abgelehnt. Die deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen fürchten nun schwerwiegende Folgen eines ungeordneten Austritts. Bei einem Zusammenbrechen der Lieferketten würde der Schaden weit über diese Branchen hinausreichen, so der Verband.

Frankfurt/Main – Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie, Utz Tillmann, bedauerte die Ablehnung des Brexit-Abkommens. Er hoffe sehr, dass die britische Politik trotz der aufgeheizten Stimmung noch eine Möglichkeit findet, den Worst Case zu verhindern. London und Brüssel müssten jetzt im Gespräch bleiben. Tillmann sieht aber, dass sich beide Seiten nun endgültig auf den Ernstfall eines ungeordneten Brexit vorbereiten müssen. Die Chemie- und Pharmaindustrie sowie ihre Kunden seien von einem harten Brexit besonders betroffen. Bei einem Zusammenbrechen der Lieferketten reiche der Schaden weit über die Chemie- und Pharmabranche hinaus. Daher fordert er spezielle Übergangslösungen, um die schlimmsten Auswirkungen abzumildern. Das gelte ganz besonders für die Arzneimittelversorgung in Großbritannien.

Chemie-Branche fordert spezielle Übergangslösungen

Da die Gesetzgebung für chemische Stoffe und Produkte weitgehend europäisch harmonisiert ist, hätte ein ungeordneter Brexit große Nachteile für die Branche. Als Beispiel führt Tillmann die EU-Chemikalienverordnung Reach an: Im Fall eines ungeordneten Brexit dürfen chemische Stoffe, die im Vereinigten Königreich für den Vertrieb in der EU registriert wurden, nach dem Austritt nicht mehr ohne Weiteres in der EU verkauft werden. Das hätte gravierende Auswirkungen auf die Lieferketten. Um dies zu verhindern, sollten Registrierungen von Firmen mit Sitz in Großbritannien vorübergehend einseitig in der EU anerkannt werden, appelliert Tillmann an die EU-Kommission.

Das Vereinigte Königreich ist der achtgrößte Handelspartner der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie.
Das Vereinigte Königreich ist der achtgrößte Handelspartner der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie. (Bild: VCI)

Tillmann weist zwar darauf hin, dass sich die Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie seit Monaten intensiv auf den Brexit vorbereiten. Er schränkt aber ein: Durch einen ungeordneten Brexit würde eine so komplexe Situation entstehen, dass sich Unternehmen unmöglich für alle Eventualitäten wappnen könnten.

Großbritannien achtgrößter Handelspartner der Branche

Das Vereinigte Königreich ist der achtgrößte Handelspartner der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie. Deutsche Unternehmen exportierten 2018 nach Schätzung des VCI Produkte im Wert von 10,2 Milliarden Euro nach Großbritannien und importierten chemische Erzeugnisse für 5,8 Milliarden Euro von der Insel.

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