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ACHEMA-Trendbericht Pharmamarkt

Validierung bremst Innovationen im Pharmamarkt

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Ist die Entwicklung von synthetischen Arzneimitteln bereits aufwändig, stellt die Gewinnung von biopharmazeutischen Arzneimitteln komplexe Anforderungen an die Konzeption der Anlagen. Auch betragen die Kosten von der Entwicklung eines Produktes bis zur Produktionsaufnahme in manchen Fällen über eine Milliarde Euro. Daher werden nur wenige Produkte bis zur Zulassung entwickelt; diese sind aber wirtschaftlich hoch interessant und können einen perspektivisch hohen Umsatzanteil von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr haben.

Diese Produkte sind in der Herstellung ausgesprochen schwierig. Neben den Kontaminationsrisiken ist die Isolierung und die Reinigung solcher Substanzen sehr komplex. Auch die Formulierung fordert ein spezielles Know-how. Um nur einige Unterschiede zu konventionellen Produkten zu nennen: Die Moleküle sind meist sehr groß und instabil. Selbst bei schonender Lagerung werden sie rasch abgebaut. Und das Scale-up ist schwieriger als bei herkömmlichen Arzneimitteln.

Indien als Produktionsstandort stark im Kommen

Unabhängig ob es sich um die Herstellung eines klassischen oder biopharmazeutischen Medikaments handelt – der Druck auf Anlagen- und Apparatebauer erhöht sich. Die Zeiten, in denen Produktionskosten in der Pharmaindustrie keine Rolle zu spielen schienen, sind lange vorbei. Kaum ein namhaftes Unternehmen, in dem nicht ein Fitnessprogramm dem anderen folgt.

Produktionsstandorte eines Konzerns stehen untereinander im Wettbewerb. Unrentablen Standorten droht die Schließung oder der Verkauf. Dem VFA zufolge werden bis 2020 weitere wichtige Produktionsstandorte in Indien und China etabliert werden. Demnach könnte sich Indien beispielsweise als wichtiges Produktionsland für gentechnische Produkte hervor tun. Experten sind sich einig, dass nur die Aufrechterhaltung des technologischen Vorsprungs vor preiswerten Produkten aus Niedriglohnländern dem europäischen Apparatebau weiterhin dauerhaften Markterfolg sichert.

Abfüllung im Hochgeschwindigkeitstakt

Aus diesen Anforderungen heraus ist ein hochspezialisierter Pharmamaschinenbau entstanden, dessen Größenordnung der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., Frankfurt/M.) weltweit auf etwa vier Milliarden Euro schätzt. Dieser hat ein Jahrzehnt rapiden Wachstums hinter sich. Ein Beispiel sind Abfüll- und Verschließmaschinen für flüssige Arzneimittel. Hier geben neue Darreichungsformen die Entwicklungsgeschwindigkeit vor.

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