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Prozesssteuerung in der Pharmaindustrie Validierte Umgebungsüberwachung mit Logix-basierter Architektur

| Autor/ Redakteur: Oliver Vogel / Dr. Jörg Kempf

Auf Basis einer modernen Steuerungsarchitektur installierte der System-Integrator Kennedy Automation eine Steuerungslösung, die einen internationalen Anbieter pharmazeutischer Produkte überzeugt hat. Hier lesen Sie, warum ...

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Oriola ist Schwedens zweitgrößter Großhändler für pharmazeutische Produkte mit einem Logistikzentrum in Mölnlycke.
Oriola ist Schwedens zweitgrößter Großhändler für pharmazeutische Produkte mit einem Logistikzentrum in Mölnlycke.
(Bild: Rockwell)

Oriola ist Schwedens zweitgrößter Großhändler für pharmazeutische Produkte mit einem Marktanteil von rund 40 %. Das Unternehmen beliefert in erster Linie Pharmaunternehmen und Apothekenketten und betreibt dazu in Mölnlycke und Enköping zwei Logistikzentren. Die gesamte pharmazeutische Distribution erfolgt von Enköping aus, während sich das Zentrallager und die Unternehmenszentrale in Mölnlycke befinden. Zusätzlich bietet Oriola den Herstellern pharmazeutischer Produkte ergänzende Dienstleistungen. Dazu zählen die Logistik und das Management klinischer Tests sowie die von Pharmaunternehmen häufig genutzten Services zur Lagerung von Produkten und Probenversand. Zudem bietet Oriola Verpackungs-Dienstleistungen an, wie das Umverpacken und das Handling von Pharmazeutika aller Art.

2010 implementierte Oriola ein Programm, das eine nachhaltige Kultur der kontinuierlichen Verbesserungen ermöglichen soll, vor allem um das interne Abfallaufkommen zu reduzieren und Kunden einen höheren Mehrwert zu liefern. Im Rahmen dieses Programms erkannte Oriola, dass die vorhandene Lösung zur Umgebungsüberwachung modernisiert und auf einen modernen technologischen Stand gebracht werden musste, um den immer komplexeren Anforderungen der schwedischen Gesetzgebung gerecht zu werden. Nur so konnte auch der Kundenwunsch nach einem präziseren Umgebungsmanagement sowie der Rückverfolgbarkeit der Daten über sämtliche Ebenen des pharmazeutischen Lagerungsprozesses realisiert werden.

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Oriola wandte sich an Kennedy Automation, einen Systemintegrator von Rockwell Automation, der bereits über Erfahrung bei der Realisierung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen für die pharmazeutische Industrie verfügte. Kennedy Automation entwickelte eine neue Steuerungsinfrastruktur und griff dabei auf erweiterte Prozess- und Steuerungsprodukte von Rockwell Automation zurück, die die Anforderungen an die Validierung automatisierter Systeme in der pharmazeutischen Industrie erfüllen.

Die Anforderung

Jonas Larsson, Facility Manager bei Oriola, erinnert sich: „Die Datenaufzeichnung mit dem alten System war recht schwierig. Dabei machten uns hauptsächlich drei Probleme zu schaffen. Erstens war das System nicht validiert. Da unsere Kunden aber validierte Überwachungssysteme forderten, mussten wir entweder das alte System validieren oder es durch ein neues ersetzen. Das zweite Problem bestand darin, dass das alte System auf einer seriellen Kommunikationsleitung beruhte, die in Form einer Schleife angelegt war. Dadurch bestand stets das Risiko unerwünschter Veränderungen, wenn wir etwas hinzufügten oder entfernten. Der zu hohe Energieverbrauch war schließlich das dritte Problem.“

Dazu Liam Kennedy, Lead Engineer bei Kennedy Automation: „Bei der alten Lösung von Oriola handelte es sich um ein aus Produkten mehrerer Hersteller zusammengesetztes Scada-System mit integraler Datenaufzeichnung. Dieses wurde nie umfassend geprüft und dokumentiert, was von den Behörden kritisch gesehen wurde. Oriola wusste, dass eine Modernisierung erforderlich war: Die Einschränkungen und künftigen Probleme, wenn man jetzt nicht proaktiv handelte, waren einfach offensichtlich.“

„Unsere Kunden wollten zuverlässige Daten. Also suchten wir ein System, das eben diese Daten auf Knopfdruck liefern kann“, erklärt Larsson. „Zusätzlich erkannten wir das enorme Einsparungspotenzial im Bereich des Energieverbrauchs auf Basis einer intelligenteren Herangehensweise, z.B. durch den Einsatz von Frequenzumrichtern. Außerdem war der Luftdurchsatz in unserem eigentlich für andere Zwecke gebauten Gebäude viel zu groß. Uns war klar, dass wir das Luftvolumen reduzieren und damit viel Energie sparen konnten, ohne dass dies die optimierten Umgebungsbedingungen beeinflusst.“

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