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Füllstandüberwachung UWT auf der Powtech 2014 – Füllstandüberwachung in allen Facetten

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Technik trifft auf Kreativität: mit diesem Motto treten die Allgäuer Füllstandmesstechnik-Experten von UWT auf der diesjährigen Powtech an. Neben einem Allrounder für alle Arten Schüttgüter entwickelten sie u.a. eine neue Software zur Füllstandüberwachung und arbeiteten an der funktionalen Sicherheit.

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Das Hauptaugenmerk der Füllstandmesstechnik-Experten von UWT liegt auf dem Bereich der Schüttgüter.
Das Hauptaugenmerk der Füllstandmesstechnik-Experten von UWT liegt auf dem Bereich der Schüttgüter.
(Bild: UWT)

Anwender von Füllstandmesstechnik für Schüttgüter können ein Lied davon singen: Die Liste möglicher widriger Rahmenbedingungen, mit denen man – oft in Kombination –konfrontiert wird, fällt lang aus. Niedriges Schüttgewicht, Brückenbildung, Anbackung, Abrasivität, Korrosion, kurze Reaktionszeit, große Zug- und Hebelkräfte, hohe und niedrige Prozesstemperaturen sowie Prozessdrücke, niedriger und schwankender DK-Wert – kein Messprinzip löst alle Anwendungen.

Neues Multitalent

Um für, nach eigenen Angaben „jegliche Herausforderung“ eine Lösung bieten zu können, hat UWT sein Sensorik- Portfolio um den kapazitiven Füllstandgrenzschalter RFnivo 3000 erweitert. Er wird als Überfüllsicherung oder als Bedarfs- und Leermelder in Prozess- oder Lagerbehältern eingesetzt. Die Einstabsonde kommt ohne stark Temperatur einschränkende Bauteile aus.

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Im produktberührenden Ausleger werden je nach Geräteversion Edelstahl (von 1.4301(303) bis 1.4404(316L)), PPS (Polyphenylensulfid)- oder Keramikisolatoren und Teflondichtungen verbaut. Die Ausführung mit Keramikisolatoren z.B. ist bis zu einer Prozesstemperatur von +500 °C einsetzbar, und schon in der Standardversion ist ein Einsatz bei einem Behälterüberdruck bis 25 bar möglich. Zudem ist der Sensor in schwerer Ausführung mit einem Drehmoment von 525 Nm und Zugkräften bis 40 kN belastbar.

Das Herz des neuen Füllstandgrenzschalters ist die Elektronik. Sie sorgt in Verbindung mit der entsprechenden Länge des Einstabauslegers für hohe Sensibilität. Es werden Schüttgüter ab einem DK-Wert von 1,5 erfasst. Der RFnivo ist in jeder Ausführung mit einer „Active Shield“-Technologie ausgestattet, die verhindert, dass es bei Schüttgütern, die am Sondenausleger zu Anbackungen oder Brückenbildung neigen, oder bei Kondenswasserbildung im Prozess zu Fehlschaltungen kommt.

Der Sensor kalibriert sich nach der Montage und Verdrahtung im Behälter sowie nach Anlegen der Spannungsversorgung zeitsparend von selbst.

Seit dem Erscheinen der internationalen Normung gemäß IEC 61508/IEC61511 kommt man an den Begriffen funktionale Sicherheit sowie Sicherheits-Integritätslevel (SIL) nur noch schwer vorbei.

Erster Drehflügelmelder mit SIL2

Auch die Ingenieure von UWT haben die Drehflügelmelder der Rotonivo RN6-Serie gemäß den normativen Anforderungen an die funktionale Sicherheit neu konzipiert, um bei Sicherheitsfunktionen eine Risikominderung gemäß SIL2 zu gewährleisten. Typische Sicherheitsfunktionen sind der Überfüllschutz und Trockenlaufschutz. Im Zuge dessen musste die Elektronik des RN6 unter den Gesichtspunkten der funktionalen Sicherheit redesignt werden. Der Rotonivo gilt damit laut UWT weltweit als erster und bis dato einziger Drehflügelmelder mit SIL2-Konformität.

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Trennschichtmessung leicht gemacht

Die speziell für Trennschichtmessungen modifizierten Lotsysteme Nivobob NB3300 (in Seilausführung) und NB3400 (als Bandausführung) von UWT werden u.a. zur kontinuierlichen Messung von Salz- oder Schlammpegeln in Becken für verschmutztes Wasser oder Absetzsilos verwendet. Die Materialbeständigkeit der Geräte ist hierbei von entscheidender Bedeutung, um den korrosiven Prozessbedingungen standzuhalten und zuverlässige Messergebnisse zu erzielen. Auch hier haben die UWT-Ingenieure gefeilt: Sie haben alle verbauten Lotteile zusätzlich beschichtet und aus robusteren, korrosionsbeständigen Materialien gefertigt. Gehäuse und Prozessanschluss, die aus Aluminium IP 66 bestehen, sind selbst gegen aggressive und feuchte Medien gefeit.

Für eine sichere Materialdisposition

Last not least hat UWT – um Anlagenbetreibern eine Komplettlösung in der Füllstandüberwachung von Siloanlagen anzubieten, die alle Features für eine sichere Materialdisposition haben soll – die Visualisierungssoftware Nivotec weiterentwickelt. Webcontroller mit Ethernet-Schnittstelle und Modbus RTU sowie Standard-Industriekomponenten von Wago bilden die Basis des Systems, das dadurch bei Projekten beliebig erweiterbar ist, ohne die Kosten für den Anwender in die Höhe zu treiben. Neben den Nivobob-Füllstandsensoren mit Modbus RTU-Schnittstelle können auch beliebige Sensoren mit 4…20mA-Füllstandsignal in das System eingebunden werden.

Powtech 2014: Halle 4a, Stand 123

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