Emersons Global Users Exchange 2010 Usermeeting – Gemeinsam mit dem Anwender die steigende Komplexität im Betriebsalltag bekämpfen

Redakteur: Frank Jablonski

In San Antonio findet seit heute das jährliche Anwendertreffen von Emerson Process Management statt. Über 2000 Teilnehmer informieren sich, netzwerken - und arbeiten an der Entwicklung von neuen Produkten mit. In welcher Form die Anwender sich einbringen können, lesen Sie in unserem Bericht.

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An die Anwender gerichtet sagt Steven Sonnenberg, Chef von Emerson Process Management: „Unser Ziel ist es zuerst Ihre Welt zu verstehen und erst danach eine Lösung anzubieten, um diese Welt einfacher zu gestalten.“
An die Anwender gerichtet sagt Steven Sonnenberg, Chef von Emerson Process Management: „Unser Ziel ist es zuerst Ihre Welt zu verstehen und erst danach eine Lösung anzubieten, um diese Welt einfacher zu gestalten.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Flink wandert der Mauszeiger über den Bildschirm, kleine Kästchen, die Service-Ingenieure in einer Pump-Station symbolisieren sollen, werden vom bereits leicht ergrauten Prozess-Ingenieur hin und hergeschoben. „Puh, das ist gar nicht so einfach“, lässt er die Umstehenden wissen. Obwohl das assistierende Standpersonal in den einheitlich blauen Hemden hilfreich unterstützt, sind bald viele Pumpen ausgefallen, rot blinkende Zahlen symbolisieren: hier eskaliert gerade eine Produktions-Situation. An der zufriedenen Reaktion des Standbetreuers erkennt man: Ein durchaus erwünschter Zustand ist erreicht, denn jetzt startet er die zweite Stufe des Programms. Der Bildschirm flackert auf und eine neue Struktur erscheint auf dem Bildschirm, das Zuordnen von Service-Personal-Kästchen und zu bearbeitenden Pumpen geht einfacher und schneller von statten. Doch auch hier erschließt sich dem ungeübten Probanden nicht sofort jede Funktion. Wieder muss der Betreuer hilfegebend eingreifen. Doch auch dieser Zustand ist gewollt, denn es handelt sich hierbei um einen Testlauf des Human Centered Design Institutes. Getestet wird eine Beta-Version einer Software, die Emerson Process Management vor der abschließenden Produktentwicklung am realen Anwender erproben will.

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Anwender steht im Mittelpunkt

Rahmen dieser Handlung ist das Emerson Global Users Exchange 2010. In diesem Jahr bringt das Anwendertreffen mehr als 2100 Teilnehmer nach San Antonio, Texas. Typisch amerikanisch eröffnet nicht der CEO die Veranstaltung. Zu Beginn haben erst einmal die Anwender das Wort, die hier merklich im Vordergrund des Interesses stehen. So begrüßt mit Aaron Wood von Evonik Degussa der Chairman des Anwenderbeirates die internationale Zuhörerschaft: „Hier während der Emerson Exchange in San Antonio bekommen Sie alle Informationen bezüglich Prozess-Verbesserungen und -Optimierungen die Sie sich erhoffen konnten.“ Ein Jahr der Planung mit einer zunehmenden Aktivität in den letzten drei bis sechs Monaten ergaben ein umfangreiches Programm. So finden innerhalb der Veranstaltungswoche 325 Workshops und Schnell-Kurse, Management Sessions, Industrie-Foren und zehn Weiterbildungsmöglichkeiten statt. Zudem ist in einer Halle des Henry B. Gonzalez Convention Centers eine Technik-Ausstellung zu fast allen Emerson-Produktbereichen aufgebaut. Den Besucher erwarten neben einem Bereich speziell für Batch-Verfahren ein „Modernization Pavillon“, der zum Thema Migration informiert und wenige Meter weiter informiert eine „Smart Wireless Area“ über die neuesten Entwicklungen bei der drahtlosen Anbindung von Geräten.

Partner mit im Boot

Dass auch ein großes Unternehmen wie Emerson für eine solche Veranstaltung Partner benötigt, wird ebenfalls in der Ausstellungshalle deutlich. An den Wänden befinden sich die Stände der Partnerunternehmen. Unter Ihnen viele Deutsche. So haben auch Pepperl+Fuchs, Phoenix Contact, R.Stahl oder Turck hier einen der fast 90 Stände mit Lösungen für die Prozessindustrie bestückt.

Bei diesen Partnern bedankt sich Steven Sonnenberg, der das Sechs-Milliarden-Dollar-Geschäft von Emerson Process Management seit Oktober 2008 leitet, dann auch in seiner Begrüßungsrede. Doch für einen CEO auf einer Großveranstaltung ist es fast unmöglich, sich nicht auch zur wirtschaftlichen Situation zu äußern: „Nach einem Jahr 2009 mit harten Entscheidungen können wir sagen, dass das Geschäft in diesem Jahr wieder deutlich ansteigt“, sagt Sonnenberg. Wobei die Umsatzkurve ein Spiegelbild auch der Konferenz-Teilnehmer-Kurve, die beide fast parallel nach jahrelangem Ansteigen einen Rückgang im letzten Jahr auszeichnen. „Wir überlegen schon, die Anmeldungen zur Konferenz als Vorhersage für unsere Geschäftsentscheidungen zu nehmen“ scherzt Sonnenberg, nur um gleich anschließend wieder ernsthafte Investitionen zu beschreiben. So baute Emerson für mehr als 30 Millionen Dollar ein strömungstechnisches Testzenter in Marshalltown, Iowa. Hier können nun der steigenden Nachfrage nach immer größeren Durchfluss-Komponenten folgend auch sehr große Bauteile geprüft werden.

Nach weiteren Beispielen der jüngeren Produkt(weiter-)entwicklungen wie Detal V-Series, Electronic Marshalling oder die Device Dashboards (PROCESS berichtete) weicht Sonnenberg vom Skript ab und bittet seinen Vorgänger John Berra ins Rampenlicht. „Das was John in den vier Deakden unter seiner Führung erreicht hat ist schon extrem außergewöhnlich. Er baute das Geschäft von zwei bis auf sechs Milliarden Dollar auf. Dazu ist er ein unglaublich guter Mentor und mein Vorbild!“ bedankt sich Sonnenberg unter großem Applaus bei Berra, der seit kurzem im Ruhestand ist, es sich jedoch nicht nehmen ließ, das User-Meeting zu besuchen.

(Fortsetzung „Anwender berichten von erfolgreichen Projekten“ auf der nächsten Seite.)

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