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Studie: Unternehmenskultur Unternehmenskultur kommt bei Managern oft zu kurz

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Die Relevanz von Unternehmenskultur ist lange erkannt, findet aber keinen Niederschlag in Zieldefinition für Geschäftsführer und Vorstände. Weniger als ein Drittel von ihnen glaubt, dass die Unternehmenskultur auch zu den geschäftlichen Zielen passt. Und 75 Prozent können sich nicht vollständig mit der eigenen Unternehmenskultur identifizieren.

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Unternehmenskultur passt nach Meinung von über drei Vierteln aller befragten Geschäftsführer und Vorstände nicht zu den geschäftlichen Zielen. (Symbolbild)
Unternehmenskultur passt nach Meinung von über drei Vierteln aller befragten Geschäftsführer und Vorstände nicht zu den geschäftlichen Zielen. (Symbolbild)
(Bild: © Jeanette Dietl - Fotolia)

Rund 7.500 Top-Führungskräfte aus 107 Ländern weltweit sind sich einig: Die richtige Unternehmenskultur zu schaffen ist eine der drei wichtigsten Aufgaben des Top-Managements. Allerdings ist gerade einmal jeder Dritte der Meinung, dies müsse geschehen, um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu verbessern.

Und in nur 16 Prozent der Unternehmen ist die Kulturentwicklung in den Zielen des Leitungsgremiums fixiert. Das ist das ernüchternde Ergebnis der Studie „Real World Leadership“ der Executive-Search- und Talent-Management-Beratung Korn Ferry.

„Unternehmenskultur als reinen Feelgood-Faktor zu begreifen ist der falsche Ansatz“, sagt Mathias Kesting, Senior Partner im Bereich Leadership & Talent Development bei Korn Ferry. „Selbstverständlich ist es wichtig, dass eine gute Unternehmenskultur zu einer angemessen Arbeitsatmosphäre und kollegialem Miteinander führt.“ Und so haben 41 Prozent der Befragten angegeben, dass genau dies der wichtigste Zweck von guter Unternehmenskultur sei.

Mathias Kesting: „Unternehmen funktionieren hierarchisch. Und so denken viele Firmenchefs nach wie vor, sie könnten ihrer Organisation eine Kultur aufzwingen. Doch dem ist nicht so.“
Mathias Kesting: „Unternehmen funktionieren hierarchisch. Und so denken viele Firmenchefs nach wie vor, sie könnten ihrer Organisation eine Kultur aufzwingen. Doch dem ist nicht so.“
(Bild: Korn Ferry)

Kesting sagt: „Dies darf jedoch kein Selbstzweck sein, wenn Kultur bei Top-Management, Aufsichtsgremien und Eigentümer nicht unter „ferner liefen“ behandelt werden soll. Eine gute Arbeitsatmosphäre soll natürlich unmittelbar zu einer größeren Leistungs- und Innovationsfähigkeit des gesamten Unternehmens führen. Sonst wird ihr Potenzial verschenkt.“

Unternehmenskultur passt meist nicht zur aktuellen Geschäftsstrategie

So haben bereits in einer 2014 von Korn Ferry durchgeführten Studie (Korn Ferry Executive Survey) 72 Prozent der Befragten bestätigt, dass Kultur „sehr wichtig für die Unternehmensperformance“ ist. Wohingegen aber weniger als ein Drittel (32 Prozent) der Ansicht war, dass ihre Unternehmenskultur auch zur aktuellen Geschäftsstrategie passt.

„Die Aussage gibt die Antwort darauf, warum Kultur nur in 16 Prozent der Fälle als definiertes Management-Ziel vorhanden ist“, sagt Mathias Kesting. „Am Ende wissen Unternehmen, dass sie irgendwie wichtig ist. Aber nicht, wie sie diese in eine Richtung entwickeln, die ihre geschäftlichen Ergebnisse unmittelbar positiv beeinflusst. Aber genau das ist es, was notwendig ist, um wirklich die Leistung einer ganzen Firma zu verbessern.“

29 Prozent der Studienteilnehmer haben angegeben, dass in ihrem Unternehmen die Kultur vor allem durch Kommunikation verbessert wird. Weniger als ein Viertel (23 Prozent) bilden ihre Führungskräfte dazu gezielt weiter. Mathias Kesting sagt: „Abgesehen davon, dass ich die erhobenen Zahlen erschreckend gering finde: Kommunikation ist ein elementarer Bestandteil jeder Kultur. Darum ist es richtig, dass Führungskräfte hier Verbesserungs- oder zumindest Veränderungsbedarf erkannt haben.

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