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Nexygen

Unternehmenskooperation zeigt in Frankfurt Zukunftslösungen für das Labor

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Gerätebedienung kann weiter optimiert werden

Gerade in Sachen Bedienung sehen die Hersteller einen großen Nachholbedarf. Schiebe- und Drehregler sind Relikte einer alten Zeit. Gerade junge Mitarbeiter haben durch den intensiven Umgang mit Smartphones und Tablets längst auf Wischen und Ziehen zur Steuerung von Geräten umgeschaltet. „Touchscreens sind bei unseren Waagen, wie auch bei vielen anderen Laborgeräten, zentrales Bedien­element. Es wäre aber sicherlich wünschenswert, wenn es einen allgemeinen Bedien-Standard für Geräte im Labor geben würde. Mit Nexygen können erste Schritte zu einem solchen Standard beschleunigt werden,“ ist sich Sartorius-Managerin Jacobi sicher.

Die Steuerung von Geräten über einen standardisierten Touchscreen muss aber nicht das Ende der Entwicklung sein, sind sich die Nexygen-Mitglieder einig. So denkt man konkret über Gestensteuerungen nach: Laborschubladen lassen sich beispielsweise nur durch Annäherung öffnen oder Geräte werden erst durch die Gesichtserkennung des Benutzers gestartet. „Gerade die Gestensteuerung würde in sicherheitssensiblen Bereichen enorme Vorteile bringen. Ohne Berührung verhindert man effektiv die Kontamination von Mitarbeiter und Probe,“ beschreibt Labormöbel-Spezialist Thiele die Vorzüge.

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Die Expertisen der Unternehmen zum Laborbau (Köttermann), Rühren (2mag), Dosieren (Hirschmann), Temperieren (Memmert) und Wägen (Sartorius) sollen hier in gemeinsamen Lösungen für zukünftige Konzepte im Labor münden.

Nach einhelliger Meinung der Nexygen-Verantwortlichen in den Mitgliedsunternehmen soll sich das Labor zu einem Ort entwickeln, an den man gerne geht, an dem man gerne arbeitet: „Wir wollen die Freude ins Labor bringen. Es soll den Anwendern Spaß machen, unsere Geräte zu bedienen. Denn nur so können sie in Zukunft die an sie gestellten Anforderungen meistern,“ ist sich 2mag-Vorstand Michael Fischer sicher. Rosenke pflichtet ihm bei: „Die Anwendungen im Labor sind komplexer geworden, die Arbeitsintensität hat sich deutlich gesteigert. Mit unseren Produkten wollen wir das Arbeiten angenehmer und damit auch leichter machen.“ Am Ende könnte dies dann in Produkte münden, die eine gemeinsame Bedienphilosophie haben und idealerweise über ein einziges Interface gesteuert werden können.

Die Verantwortlichen sind sich aber im Klaren, dass dieses Ziel nicht in einigen Monaten erreicht werden kann: „Wir geben unseren Entwicklern hier aber ganz bewusst Raum zum 'Spinnen'. Denn nur so kann es wirkliche Innovationen geben, die das Arbeiten im Labor nachhaltig effizienter machen“, beschreibt Nexygen-Initiator Thiele die derzeitige Arbeit. Für 2mag-Vorstand Fischer stehen am Ende nicht nur einzelne Produkte: „Wir wollen die gesamte Prozesskette im Labor vereinfachen und optimieren, um den täglichen Zeit- und Kostenaufwand der Anwender weiter zu reduzieren.“

Startschuss mit gemeinsamem Stand auf der Achema

Nexygen versteht sich aber nicht nur als reiner Think Tank für Zukunftsthemen im Labor. „Wir investieren Entwicklungszeit und Geld in das Projekt. Das soll auf der einen Seite in einem Wettbewerbsvorteil münden, auf der anderen Seite aber selbstverständlich auch zu konkreten Produkten führen,“ beschreibt Hirschmann-Geschäftsführer Dr. Bigus die Intention des Projekts. Unter der Marke Nexygen werden während der Achema vom 15. bis 19. Juni in Frankfurt auf einem Gemeinschaftsstand (Halle 4.1, Stand A7 bei Köttermann) erstmals Innovationen gezeigt, die das Labor der Zukunft maßgeblich beeinflussen sollen. Auf dem Stand werden Oberflächen präsentiert, die Aufgaben wie Rühren, Heizen, Kühlen und Wiegen übernehmen. Dies soll dazu beitragen, die nutzbare Fläche im Labor zu erhöhen und die derzeitigen Insel-Lösungen verschwinden zu lassen. Nach dem Willen der Verantwortlichen soll dieser erste Proof-of-Concept der Startschuss für Produkte werden, die dann gemeinsam in den nächsten Jahren auf den Markt gebracht werden. „Der Messeauftritt mit Nexygen ist sicherlich auch etwas ganz Besonderes für die beteiligten Unternehmen, denn hiermit treten wir erstmals ganz intensiv in den Dialog mit unseren Anwendern. Wir wollen sie dazu auffordern, gemeinsam mit uns über die Zukunftstrends im Labor zu diskutieren,“ sagt Katja Rosenke. So nehme man sich die Freiheit, einmal den fünften Schritt in der Entwicklung zu zeigen, ohne die vorherigen schon bis ins Detail durchkonstruiert zu haben. Dies versetzt den Achema-Besucher in die Lage, einen Blick in das Labor der Zukunft zu werfen und aktiv an dessen Gestaltung teilzunehmen.

Köttermann-Geschäftsführer Thiele ist vom Erfolg des Nexygen-Projekts absolut überzeugt: „Kooperationen funktionieren immer dann, wenn die Chemie stimmt. Und das war bei uns definitiv von Anfang an der Fall!“

* M. Platthaus: Chefredakteur LABORPRAXIS, E-Mail: marc.platthaus@vogel.de

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