Suchen

Marktbarometer der deutschen Industrie Ungewissheit über Erfolg der Energiewende verunsichert deutsche Unternehmen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

In der deutschen Industrie herrscht große Unsicherheit: Welchen Einfluss hat die Energiewende auf ihr Geschäft. Das belegt eine neue Studie des Institutes der Deutschen Wirtschaft im Auftrag der Branchenverbände VCI, VDMA und WVS. Rund 80 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe können zurzeit nicht solide einschätzen, ob der politisch gewollte Umstieg auf erneuerbare Energien ihrer Entwicklung am Standort Deutschland schadet oder nützt.

Firmen zum Thema

Dr. Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des VCI: „Die Verknüpfung der Unternehmen mit einem Netzwerk, das von vielen Betrieben mit unterschiedlichen Kompetenzen gebildet wird, ist eine charakteristische Eigenschaft der deutschen Industrie.“
Dr. Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des VCI: „Die Verknüpfung der Unternehmen mit einem Netzwerk, das von vielen Betrieben mit unterschiedlichen Kompetenzen gebildet wird, ist eine charakteristische Eigenschaft der deutschen Industrie.“
(Bild: VCI)

Frankfurt – Bereits gestern hatte Process berichtet, dass die chemische Industrie im zweiten Quartal 2012 einen Umsatzrückgang verzeichnen muss. Jetzt zeigt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft zu industriellen Wertschöpfungsketten in Deutschland, dass die deutsche Industrie unsicher ist, wie sich die Energiewende auf die Wirtschaft auswirken wird. Lediglich ein Prozent der befragten Unternehmen erwarten eine deutliche Stärkung durch die Energiewende. Dagegen sehen 19 Prozent die Gefahr einer erheblichen Schwächung.

„Die Studie zeigt, wenn die größte Herausforderung für unser Land seit der Wiedervereinigung gelingen soll, muss die Politik endlich ihre Hausaufgaben machen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des VDMA, Dr. Hannes Hesse. Die hochgradige Verunsicherung der Industrie führe zwangsläufig zur Zurückhaltung bei Investitionen.

Innovationskraft energieintensiver Unternehmen ist unverzichtbar

Rund 70 Prozent des verarbeitenden Gewerbes, so die Studie, profitieren von der Innovationskraft energieintensiver Unternehmen. Dies gilt besonders in den Geschäftsfeldern „neue Werkstoffe“ sowie „Material- und Energieeffizienz.“ Ein erheblicher Teil der Unternehmen befürchtet, dass ihre Wertschöpfungsketten infolge weiter steigender Energiekosten instabil werden könnten, da sie mit energieintensiven Unternehmen direkt oder indirekt über Zulieferer verflochten sind.

„Inländische energieintensive Unternehmen können bei der gemeinsamen Entwicklung nicht ohne weiteres ersetzt werden“, betont Hesse. „Für viele Branchen ist die Energiewende ein Investitionsprogramm. Das funktioniert aber nur, wenn wir die geschlossenen Wertschöpfungsketten und Innovationsnetzwerke zwischen den Kernbranchen der Industrie erhalten. Deshalb dürfen die Strompreise nicht aus dem Ruder laufen.“

(ID:35440580)