Worldwide China Indien

ACHEMA 2012-Trendbericht Energiespeicher (1)

Unabhängig von den Launen des Wetters – Energiewende erfordert neue Speichertechnologien

| Autor / Redakteur: Dechema / Marion Henig

Als Netzspeicher sind derzeit vor allem Pumpspeicherwerke im Einsatz.
Als Netzspeicher sind derzeit vor allem Pumpspeicherwerke im Einsatz. (Bild: Wikipedia)

Mit der Entscheidung für die Energiewende haben innovative Energieträger und -speicher weiter an Bedeutung gewonnen. Denn innovative Speichertechnologien sind der Schlüssel zur Nutzung erneuerbarer Energien sowie energieeffizienten verfahrenstechnischen Prozessen.

Die Welt steht unter Strom: Bis 2030, so die Erwartungen der Energieforscher, wird die weltweite Stromerzeugung gegenüber heute um zwei Drittel zunehmen. Dabei sind es längst nicht nur die wachsende Weltbevölkerung und die Elektrifizierung bislang nicht erschlossener Weltregionen, die den Bedarf anheizen. Auch in den entwickelten Industrienationen steigt der Bedarf - nicht zuletzt durch das Megathema "Elektromobilität": So sollen nach dem Willen der deutschen Bundesregierung bis 2030 sechs Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein.

Doch elektrischer Strom ist eine flüchtige Energieform: der in einem Stromnetz bereitgestellten Energie müssen zu jedem Zeitpunkt entsprechende Abnehmer gegenüber stehen. Bei einem Überangebot steigt die Netzfrequenz, bei einem Unterangebot sinkt diese. Schwankungen in der Netzfrequenz können bis hin zu großen Stromausfällen führen. Verschärft wird diese Situation seit einigen Jahren durch den Ausbau erneuerbarer Energien wie der Windkraft und der Solarenergie. Das wurde im vergangenen Frühjahr spürbar, als dem Stromnetz in Ostdeutschland gar der Zusammenbruch drohte: Bei heftigem Wind speisen die per deutschem Gesetz geförderten Windräder in Ostdeutschland bis zu 12 Gigawatt (GW) elektrische Energie in das Netz, aus dem regional lediglich ein Bruchteil verbraucht wird.

Bereits im November 2006 war es infolge der hohen Stromproduktion aus Windrädern in Europa zu einer folgenschweren Kettenreaktion gekommen. Am 4. November blies in Norddeutschland spätabends ein strammer Wind. Kurz nach 22 Uhr wurde bei Weener eine über die Ems führende 380-kV-Freileitung aus Sicherheitsgründen abgeschaltet, weil ein Kreuzfahrtschiff von der Papenburger Meyer-Werft ausgeschifft wurde. Zu dem Zeitpunkt transportierte die Freileitung gerade etwa 10 GW Windstrom Richtung Süd- und Westeuropa. Um die Netzfrequenz zu stabilisieren, wurden Teile des Stromnetzes in Westdeutschland, Belgien, Nord- und Südfrankreich, Norditalien und Spanien vorübergehend automatisch abgeschaltet. Teile Spaniens blieben darauf hin bis zu zwei Stunden dunkel.

Auch an den Strombörsen führen die erneuerbaren Energien längst zu spürbaren Effekten: Abnehmer des Strom-Überangebots erhalten zeitweise Geld dafür, wenn sie spätnachts überschüssigen Windstrom verbrauchen. Doch auch die Solarenergie mischt bereits mit: Am Nachmittag des 16. Juli 2011 sank der Strompreis an der Strombörse EEX am hellen Tag auf das...

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 30320110 / Forschung&Entwicklung)