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Umwelttechnik auf der Ifat ganz groß Umwelttechnik kämpft mit Konjunkturproblemen

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Der Export bleibt Wachstumsmotor für den Maschinenbau. Umwelttechnik „made in Germany“ ist zwar ein Kassenschlager, doch den Unternehmen machen die Einbrüche im China-, Brasilien- und Russlandgeschäft zu schaffen. Warum der VDMA nur mit einem Nullwachstum rechnet.

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Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA
Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA
(Bild: VDMA)

München – Ein Blick in die Megacities der Welt lehrt: Umwelttechnologien sind ein Feld, auf dem viele Länder der Erde noch großen Nachholbedarf haben.

„Der Maschinenbau ist eine stark vom Export abhängige Industrie – das gilt auch für die auf der Ifat ausstellenden Fachzweige des VDMA“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann am Eröffnungstag der Umwelttechnikmesse „IFAT 2016“ in München. Mit Exportquoten zwischen 50 und 80 Prozent bleibe das Exportgeschäft ein Wachstumsmotor der Fachzweige.

Umwelttechnik – immer internationaler

Allerdings falle es den Maschinenbaubetrieben derzeit in vielen Ländern dieser Erde schwer, neue Geschäfte zu machen, sagt der Branchenverband. Das habe politische Gründe, wie die Sanktionen gegen Russland oder die Bürgerkriege im Nahen Osten, aber auch konjunkturelle Ursachen wie die spürbare Wachstumsverlangsamung in China oder die Rezession in Brasilien. Auch in Europa vermisst der VDMA eine echte Investitionsdynamik. Von daher könne der gesamte deutsche Maschinenbau 2016 derzeit nur mit einem Nullwachstum der Produktion im Vergleich zum Vorjahr rechnen, betonte Brodtmann.

Umwelttechnik und TTIP

In Bezug auf hohe Umweltstandards werde das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP von Kritikern häufig als Risiko hinsichtlich einer Aushebelung des europäischen Vorsorgeprinzips diskutiert. Doch der Vertrag von Lissabon regelt nach dem Rechtsverständnis des VDMA die Gültigkeit des Vorsorgeprinzips. Deshalb sei ein Absenken europäischer Standards nicht zu erwarten. „Die EU-Staaten werden auch weiterhin vorsorglich Maßnahmen zur Abwehr von Umweltschäden ergreifen können, selbst wenn noch nicht alle Erkenntnisse für einen bestimmten Fall vorliegen. Ein Absenken der europäischen Standards wird durch TTIP hier nicht erfolgen, davon sind wir überzeugt!“, erklärte Brodtmann. Vielmehr werde ein gut verhandeltes Abkommen TTIP durch fallende Zollmauern, gegenseitige Anerkennung oder Harmonisierung von Standards und freien Zugang zu staatlichen Ausschreibungen auch im Umweltbereich weitere Chancen für deutsche Anbieter ermöglichen.

Insgesamt sechs VDMA-Fachverbände und 165 Mitgliedsunternehmen des Verbands sind auf der Ifat vertreten und zeigen ihre Innovationen aus der Umwelttechnik: Abfall- und Recyclingtechnik, Allgemeine Lufttechnik, Armaturen, Kompressoren/Druckluft- und Vakuumtechnik, Pumpen + Systeme und Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate.

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