Wassergewinnung Umweltschonende Energie- und Wassergewinnung braucht Edelstahl

Autor / Redakteur: Hans-Peter Wilbert / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Hohe Temperaturen und Drücke in aggressiven Medien stellen in Anlagen zur Energie- oder Wassergewinnung entsprechende Anforderungen an Maschinen und Bauteile. Für ihre Funktionssicherheit sind deshalb Werkstoffauswahl und Verarbeitung elementar. Edelstahl Rostfrei gewährleistet die Wirtschaftlichkeit dieser Systeme.

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Bild 1: In der Trinkwasserinstallation werden nahtlose Rohre aus Edelstahl Rostfrei auf die jeweilige Wasserbeschaffenheit abgestimmt.
Bild 1: In der Trinkwasserinstallation werden nahtlose Rohre aus Edelstahl Rostfrei auf die jeweilige Wasserbeschaffenheit abgestimmt.
(Bild: WZV/Stappert)

Neben austenitischen Stählen aus Chrom-Nickel- oder Chrom-Nickel-Molybdän-Legierungen sind nicht rostende Stähle mit Duplexgefüge und Sonderlegierungen gefragte Werkstoffe. So ist in der Trinkwasserversorgung, dem Abwasser- und Kläranlagenbau Edelstahl Rostfrei vielfach erste Wahl. In der Trinkwasseraufbereitung ist der Chloridgehalt ein maßgebliches Kriterium für die Werkstoffwahl. Er entscheidet, ob Standardedelstähle oder höher legierte Edelstähle zum Einsatz kommen. Durch die erheblich reduzierten Materialdicken und folglich geringere Kosten gewinnen Duplex-Edelstähle für den Bau von Trinkwasserbehältern zunehmend an Bedeutung.

Superduplex-Edelstähle punkten bei der Trinkwasseraufbereitung durch Meerwasserentsalzung

Technische Armaturen wie Pumpen, Ventile und Rohrleitungen werden – abgestimmt auf die jeweilige Wasserbeschaffenheit – aus entsprechend legiertem nicht rostendem Stahl gefertigt. Die weltweit größte Trinkwasser-Pipeline in Libyen machen Edelstahlrohre dauerhaft funktionssicher. Vor 30 Jahren nahm sie im Great-Man-Made-River-Projekt ihren Dienst auf. Seitdem transportiert sie täglich 6,5 Mio. m³ Wasser aus den Tiefen unter der Sahara in die Küstenstädte Tripolis, Bengasi und Sirte.

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In der Trinkwasseraufbereitung durch Meerwasserentsalzung bewähren sich vor allem Superduplex-Edelstähle als besonders widerstandsfähige Werkstoffe. Die korrosive, stark chloridhaltige Prozessumgebung stellt Anlagenbauer vor große Herausforderungen. Für die in Entsalzungsanlagen verwendeten Verdampfer kommen in einer der derzeit größten Anlagen, Al Hidd in Bahrain, Kombinationen von Duplex-Edelstählen zum Einsatz. In Hochdruckleitungen und Energierückgewinnungssystemen der Umkehrosmoseanlagen bewährt sich Superduplex-Edelstahl durch Beständigkeit gegen Loch-, Spalt- und Spannungsrisskorrosion. Für Anlagenteile, die bei der Meerwasserentsalzung weniger aggressiven Belastungen ausgesetzt sind, bietet Lean-Duplex-Edelstahl ausreichende Korrosions- und Festigkeitskennwerte.

In der Abwasseraufbereitung ist leistungsfähige wie zukunftsweisende Technik gefragt. Die verschiedenen Aufbereitungsphasen – mechanisch zur Separation von Abfallstoffen, chemisch zur Entfernung von Phosphor und biologisch zur Stickstoffreduzierung mit anschließendem Abbau organischer Stoffe – stellen hohe Anforderungen an die Anlagenbauteile. Deshalb setzen die Betreiber in Rechengutwaschpressen zur Abwasservorbehandlung, in Siebanlagen und in dem umfangreichen Rohrleitungsnetz zwischen den verschiedenen Aufbereitungsbecken mehrheitlich auf Edelstahl Rostfrei.

Edelstahl widersteht Abrasion und ständiger Feuchtigkeit

Die dauerfeuchte Umgebung sowie die Beanspruchung durch Abrasion prädestinieren den nicht rostenden Stahl als gleichzeitig korrosions- und verschleißbeständigen Werkstoff. So ist beispielsweise ein Abplatzen und Unterwandern einer Oberflächenbeschichtung nicht gegeben. Bei Lebenskostenrechnungen inklusive Aufwendungen für Unterhalt, Reparatur, Entsorgung ist Edelstahl Rostfrei die wirtschaftlichere Alternative.

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