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Neue Klärschlammverordnung

Umweltministerium fördert Projekt zur Phosphorrückgewinnung

| Redakteur: Tobias Hüser

Für Betreiber von Klärschlammanlagen wird es zukünftig immer wichtiger, den im Klärschlamm enthaltenen Phosphor zurückzugewinnen.
Für Betreiber von Klärschlammanlagen wird es zukünftig immer wichtiger, den im Klärschlamm enthaltenen Phosphor zurückzugewinnen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

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Das Bundesumweltministerium fördert ein Pilotprojekt zur Rückgewinnung von Phosphor aus der Klärschlammverbrennung. Das Hamburger Unternehmen Vera Klärschlammverbrennung erhält mehr als 3 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm, um jedes Jahr rund 1.600 t Phosphor aus Klärschlammasche zurückzugewinnen.

Hamburg – Ab 2029 sind Kläranlagen mit einem Volumen ab 50.000 Einwohnern zur Phosphorrückgewinnung aus ihren Anlagen verpflichtet. Die gesamte Abwasserbranche muss sich deshalb in den nächsten Jahren mit Projekten wie dem von Vera Klarschlammverbrennung auseinandersetzen. In der Verbrennungsanlage des Unternehmens werden etwa 125.000 t Klärschlamm pro Jahr verbrannt. Die dabei entstehende Klärschlammasche enthält Phosphor in relativ konzentrierter Form, der bisher mangels entsprechender Rückgewinnungstechnik ungenutzt auf Deponien landete.

Mit Hilfe des Tetraphos-Verfahrens wird der Phosphor bei Vera zukünftig in mehreren Prozessschritten durch Zugabe von Säure aus der Verbrennungsasche herausgelöst. Gleichzeitig werden die Störstoffe abgetrennt. Als Abnehmer des rückgewonnenen Phosphors kommen neben der Düngemittelindustrie auch Unternehmen der Automobil-, Galvanik- und Baustoffbranche in Betracht. Die im Volumen deutlich reduzierte Rest-Asche wird auf Deponien abgelagert.

Nach der neuen Klärschlammverordnung, die der Bundestag im Juli 2017 billigte, müssen Klärschlämme für die Wiedergewinnung von Phosphor ab 2029 aus Kläranlagen für mehr als 50.000 Einwohner recycelt werden. Ziel ist es, nach und nach den Stoffkreislauf Phosphor zu schließen und damit die Abhängigkeit Deutschlands von Phosphorimporten abzubauen. Das schont die endlichen Phosphorressourcen und verringert Schadstoffeinträge in Böden. Mit dem Umweltinnovationsprogramm des BMUB wird die erstmalige großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

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