Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis Umweltfreundlicher Rußkatalysator ohne Schwer- oder Edelmetalle

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Nano-X hat den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2012 für einen Rußkatalysator erhalten, der ganz ohne Schwer- oder Edelmetalle auskommt. Die mit dem Projektpartner Elring Klinger entwickelte Technologie ist nicht nur umweltfreundlich, sie reduziert auch den Kraftstoffverbrauch. Bereits jetzt wird der Katalysator in Bussen und Baumaschinen genutzt, aber auch der Einsatz in Kraftwerken ist möglich.

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Karl Schmauder (Vorstand Elring Klinger, links), Dr. Stefan Sepeur (Geschäftsführer Nano-X, Mitte) und Dr. Gerald Frenzer (Gruppenleitung „Neue Technologien“ Nano-X, rechts) freuen sich über den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2012.
Karl Schmauder (Vorstand Elring Klinger, links), Dr. Stefan Sepeur (Geschäftsführer Nano-X, Mitte) und Dr. Gerald Frenzer (Gruppenleitung „Neue Technologien“ Nano-X, rechts) freuen sich über den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2012.
(Bild: Nano-X)

Berlin – Als Katalysatoren in Dieselpartikelfiltern setzt man bisher auf Schwermetalle oder Edelmetalle wie Platin, um Ruß zu verbrennen. Diese Stoffe können zu gesundheitlich bedenklichen Partikelemissionen führen, wenn sie sich von den Filtern ablösen. Aus diesem Grund hat Nano-X gemeinsam mit dem Projektpartner Elring Klinger den Clean Coat-Katalysator entwickelt. Weil dieser Reaktionsbeschleuniger ganz ohne Schwer- und Edelmetalle auskommt, ist Nano-X jetzt mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2012 ausgezeichnet worden.

Neben den umweltfreundlichen Rohstoffen punktet die Neuentwicklung mit einem weiteren Vorteil: Eine thermische Regeneration des Partikelfilters wird durch die Kraftstoffeinspritzung überflüssig. So lässt sich zusätzlich der Kraftstoffverbrauch reduzieren.

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Die Geschichte des Katalysators begann im Backofen. Das Unternehmen entwickelte vor vier Jahren eine neue Antihaftbeschichtung für Backofenbleche. Um verschiedene Standardbeschichtungen zu untersuchen, wurde Zucker auf die Schichten gestreut und auf 270 °C geheizt. Versehentlich blieben die Proben länger als geplant im Ofen, und irgendwann waren alle Proben schwarz und nicht mehr zu reinigen – nur eine einzige blieb sauber. Folgeversuche ergaben, dass diese Reinigungswirkung kein Zufall war. Ein bestimmtes Verhältnis von Glas und Alkalisalzen, auf nanoskaliger Ebene fest verschmolzen, erzeugt eine hochaktive Oberfläche, die Ruß schon ab circa 250 °C zu Kohlenstoffdioxid katalysiert.

Diese Erkenntnis war die Basis für die patentierte Clean Coat-Technologie. Derzeit kommt der Katalysator in Bussen, Nutzfahrzeugen, Baumaschinen und Lokomotiven zur Anwendung. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind Kraftwerke und Schiffe. Bereits letztes Jahr hatte Nano-X gemeinsam mit Kerona den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis für Titanid, einer Korrosionsschutzentwicklung, erhalten.

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