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Verpackungsmaterialien Umfangreiches Sparpotenzial bei Exportverpackungen

| Autor/ Redakteur: Arne Lycke / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Mit einer nachhaltigen Materialstrategie können Unternehmen ihren ökologischen Fußabdruck verbessern und ihre Entsorgungskosten reduzieren. Das zeigen die Erfahrungen von Palcut, einem Anbieter von Palettierlösungen. Dem Unternehmen zufolge schöpfen viele in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ihr Sparpotenzial nicht vollends aus.

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Der Einsatz von Antirutschpapier für Zwischenlagen kann die Verpackungsmenge um 30 bis 40 % reduzieren.
Der Einsatz von Antirutschpapier für Zwischenlagen kann die Verpackungsmenge um 30 bis 40 % reduzieren.
(Bild: Palcut A/S)

Die Basis für die Entsorgung von Transportverpackungen ist die EU-Abfallrichtlinie. Sie bietet die Grundlage für die Optimierung der Abfallstrategie von Unternehmen und wird europaweit unterschiedlich interpretiert: In Deutschland ist gemäß §4 der Verpackungsverordnung (VerpackV) die Entsorgung von Transportverpackungen gesetzlich vorgeschrieben. In England fordern große Einzelhandelsketten, dass die Zulieferer die Entsorgung von Pappe und anderem Packmaterial der Paletten bezahlen. Und in Italien stellt das staatliche Konsortium Conai den Zulieferern die bei der Palettierung verwendete Stretchfolie pro Tonne in Rechnung.

„Einzelhandelszulieferer können den Verpackungsbedarf kräftig reduzieren“, sagt Lars Jonasen, Product Manager bei Palcut A/S.
„Einzelhandelszulieferer können den Verpackungsbedarf kräftig reduzieren“, sagt Lars Jonasen, Product Manager bei Palcut A/S.
(Bild: Palcut A/S)

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass Einzelhandelszulieferer den Verpackungsbedarf kräftig reduzieren können, wenn sie bei der Palettierung das richtige Material wählen“, sagt Lars Ostergaard Jonasen, Produkt Manager bei Palcut A/S. Palcut A/S sei Spezialist für Zwischenlagebögen für die automatische Palettierung und habe europaweit bereits viele Hundert Anlagen an die Getränke- und Lebensmittelindustrie geliefert. Unter anderem entwickelte Palcut A/S folgendes Verfahren: Bei der Palettierung werden zwischen die Produktschichten Bögen aus speziell beschichtetem und dünnem Antirutschpapier gelegt. Die Papierlösung ist mit 180 g/m² im Vergleich zu Wellpappe mit 400 g/m² deutlich leichter. Das bringt zahlreiche Vorteile mit sich.

Verfahren bringt bares Geld

Einerseits kann so die Verpackungsmenge um 30 bis 40 % reduziert werden. Das senkt die Kosten enorm: In Deutschland machen die entsprechenden Entsorgungskosten im Lebensmittelbereich rund 0,25 bis 0,3 % des Warenpreises aus. Ein größerer deutscher Mineralwasserhersteller, der 66.000 Paletten im Jahr liefert, konnte seinen Jahresverbrauch dank des erwähnten Verfahrens um 57 t Pappe auf jetzt 85 t senken. Das ist eine Reduktion um volle 40 %. „Durch unsere Interpretation der VerpackV und der europäischen Richtlinie spart der Hersteller etwa 6500 Euro im Jahr“, erläutert Lars Jonasen.

Durch den Einsatz von Zwischenlageböden mit Antirutschbeschichtung ist eine Reduktion von 20 % Stretchfolie möglich.
Durch den Einsatz von Zwischenlageböden mit Antirutschbeschichtung ist eine Reduktion von 20 % Stretchfolie möglich.
(Bild: Palcut A/S)

Aber auch in anderen Teilen Europas bringt das Verfahren Vorteile: Die Verwendung von Wellpappe kann zum Beispiel besonders teuer sein, wenn man an den britischen Einzelhandel liefert. Der kann nämlich vom Lieferanten eine Abgabe für die Entsorgung überflüssiger Materialien fordern. Für Halewood International, Englands größten Getränkeproduzenten, der jährlich 100.000 Paletten an den britischen Einzelhandel liefert, gab es also ein hohes Einsparungspotenzial. Durch den Einsatz dünner und rutschfester Wellpappe hat das Unternehmen 70 t Pappe im Jahr eingespart und damit die Ausgaben für die Entsorgung von Verpackungsmaterial um bis zu 90 % gesenkt.

Einsparungspotenzial in puncto Stretchfolie

Zwar scheint die Menge an Stretchfolie zum Verpacken gering zu sein, doch auch hier gibt es ein überraschendes Sparpotenzial. Im Beispiel des oben genannten Mineralwasserherstellers sind in der Regel 30 Wicklungen für einen stabilen Palettenaufbau erforderlich. Die Anzahl dieser Wicklungen kann jedoch gesenkt werden. „Eine Materialreduktion von 20 % ist absolut realistisch“, berichtet Lars Jonasen. In diesem Fall entspreche das einer jährlichen Reduktion von 4,5 t Folie und 3200 Euro. „Die Stretchfolienmenge kann jedoch nicht ersatzlos reduziert werden“, sagt Jonasen. „Die Lösung ist der Einsatz von Zwischenlagebögen mit Antirutschbeschichtung. Diese sorgen dafür, dass die Waren viel stabiler auf der Palette stehen, da sie nahezu fest fixiert sind.“ So lasse sich viel Stretchfolie einsparen. Ein weiteres Erfolgsbeispiel ist das italienische Unternehmen Fratelli Beretta, einer der großen italienischen Hersteller von Delikatessen: Der Betrieb spart jährlich 6 t PE-Stretchfolie mit dem genannten Verfahren ein.

Die EU-Richtlinie und der ökologische Fußabdruck

Alle EU-Länder haben die EU-Richtlinie zur Entsorgung von Transportverpackungen implementiert. Auch wenn sie unterschiedlich interpretiert wird, kann sie in hohem Maß dazu beitragen, die Menge an Pappe und PE-Stretchfolie zu reduzieren. Das ist bei Entsorgungspreisen für PE-Folie von 620 Euro pro Tonne in Holland, 280 Euro pro Tonne in Frankreich und 188 Euro pro Tonne in Italien auch nötig. Hier setzen deshalb die beiden Palcut-Verfahren an. Sie sorgen für geringere Lagerbindung und geringeren Platzbedarf für Bögen und Stretchfolie. Zusätzlich ist mit weniger Palettenschäden beim Transport sowie weniger teuren Betriebsstopps beim Palettieren zu rechnen. „Die Palcut-Lösungen reduzieren die Menge an Pappe und Stretchfolie beim Palettieren“, schließt Lars Ostergaard Jonasen. „Das hilft der Lebensmittelindustrie, die Verpackungsmenge zu reduzieren, die im Einzelhandel zu entsorgen ist. Das dient einerseits der Wirtschaftlichkeit und verbessert andererseits den ökologischen Fußabdruck.“

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Logistik.

* Arne Lycke ist Kommunikationsberater und freier Journalist mit Schwerpunkt „Verpackung und Lebensmittel“. Er ist international tätig und arbeitet in Tuborgvej 5, 2900 Hellerup Dänemark Tel.: (00 45-2 57) 2 10 32

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