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Überfüllsicherung nach dem Wasserhaushaltsgesetz

Überfüllsicherung: So bringen Sie Sicherheit und Umwelt in Einklang

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

In der Praxis

Eine installierte Überfüllsicherung muss entsprechend den Prüfmethoden der Zulassungsgrundsätze für Überfüllsicherungen (ZG-ÜS) mindestens einmal im Jahr geprüft werden. Die wiederkehrende Prüfung ist ohne einen gewissen Aufwand nicht durchführbar, aber er lässt sich minimieren. Die Durchführung stellt sich heute in der gängigen Praxis wie folgt dar:

1. Anfahren bis zur Ansprechhöhe

Das „Nass Anfahren“ der Überfüllsicherung bis zur Ansprechhöhe im Rahmen einer Befüllung ist die zu bevorzugende Methode, jedoch in der Praxis nicht immer mit vertretbarem Aufwand möglich.

2. Geeignete Simulation des Füllstands oder des physikalischen Messeffekts

Bei dieser in der Praxis häufig angewandten Ersatzprüfung wird entweder die Sonde ausgebaut und durch Eintauchen in einen mit Lagermedium oder Ersatzmedium gefüllten Prüftopf zum Ansprechen gebracht, oder der Prüftopf wird mithilfe einer Vorrichtung in den Tank zur eingebauten Sonde geführt. Diese Prüfmethode erfordert unter Umständen einen hohen zeitlichen, materiellen und personellen Aufwand und kann mit einem hohen Gefährdungspotenzial für die beteiligten Personen verbunden sein.

3. Simulation des Ausgangssignals (z.B. durch Unterbrechung der Sensorzuleitung)

Ist die Funktionsfähigkeit des Stand-/Messaufnehmers anderweitig erkennbar (Ausschluss funktionshemmender Fehler), kann die Prüfung als Ersatzprüfung auch durch Simulieren des entsprechenden Ausgangssignals durchgeführt werden (vgl. ZG-ÜS). Bei einer Ersatzprüfung durch Unterbrechung bzw. Kurzschluss der Verbindungsleitung zwischen Standaufnehmer und Messumformer (häufig durch eine integrierte Prüftaste) ist zu überprüfen, ob die Prüftaste durch die „Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung“ des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) offiziell als wiederkehrende Prüfung zugelassen ist. Ist dies nicht der Fall, trägt der Betreiber das Risiko und die Verantwortung der anderweitigen Erkennung der Funktionsfähigkeit bzw. des Ausschlusses funktionshemmender Fehler.

Ergänzendes zum Thema
 
Gesetzliche Rahmenbedingungen: Was Sie beachten bzw. berechnen müssen

Feldgeräte mit Einsparpotenzial

Bei der jährlich wiederkehrenden Prüfung einer Überfüllsicherung bieten gerade der Liquiphant M und Liquiphant S Failsafe enorme Einsparpotenziale. Beim Vibrationsgrenzschalter Liquiphant M, in der PFM-Ausführung (Puls-Frequenz-Modulation mit einem dynamischen Ausgangssignal) und entsprechendem PFM-Messumformer, kann die jährlich wiederkehrende Prüfung der Überfüllsicherung als Ersatzprüfung vereinfacht mit einem Prüftaster am Messumformer aus der Warte heraus durchgeführt werden. Dies wird ausdrücklich in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung des DIBt bescheinigt.

Bei Betätigung der Prüftaste startet ein Testoszillator in der Sensorelektronik, der den Standaufnehmer tiefgehend prüft. Dabei werden nach einer Spannungsunterbrechung von der Sensorelektronik drei Frequenzen generiert. Die Elektronik prüft den Sensor auf unbedeckt, bedeckt oder Sensor-Fehler (z.B. durch Korrosion oder Ansatz). Durch die Betätigung des Prüftasters werden somit die Schwinggabel, der PFM-Elektronikeinsatz, der PFM-Messumformer sowie nachgeschaltete Anlagenteile geprüft.

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