Sicherheit Tuis-Einsatzstatistik offenbart Hilfeleistung von Chemie-Feuerwehren

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Die aktuelle Tuis-Einsatzstatistik für das Jahr 2015 zeigt, dass die Inanspruchnahme der Stufe 3 durch Feuerwehr und Polizei stabil geblieben ist. Die Hilfeleistung der Chemie-Feuerwehr wurde vor allem bei Problemen und Lägern und Anlagen angefordert. Die Einsatzstatistik des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems (Tuis) der chemischen Industrie wird in diesem Jahr zum ersten Mal von Tüv Rheinland testiert.

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Tuis-Einsätze der Chemie-Feuerwehren von 2000 bis 2015
Tuis-Einsätze der Chemie-Feuerwehren von 2000 bis 2015
(Bild: VCI)

Frankfurt – Die Analyse der drei Hilfeleistungsstufen ergibt ein differenziertes Bild: Die telefonischen Beratungen (Stufe 1) gingen 2015 mit 634 Einsätzen (2014: 723) spürbar zurück. Dagegen haben sich die Beratungen am Unfallort (Stufe 2) von 32 im Jahr 2014 auf 36 leicht erhöht. Auf etwa demselben Niveau gegenüber dem Vorjahr blieb die technische Hilfe am Unfallort (Stufe 3) mit 90 Einsätzen. Der Vorsitzende des VCI-Arbeitskreises Tuis Rolf Haselhorst begründet diesen Trend damit, dass das bislang schon hohe Niveau der Transportsicherheit noch weiter verbessert wurde und die Unfallfolgen damit geringer geworden sind.

Kleinere Unfälle könnten die sehr gut ausgebildeten Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland mittlerweile ohne die Hilfe der Chemie-Werkfeuerwehren bewältigen. Mit Blick auf die Beratung und technische Hilfe vor Ort erläuterte Haselhorst weiter: „Diese Entwicklung spiegeln dagegen die größeren Unfälle wider. Hier fordern die öffentlichen Einsatzkräfte vor allem unser Know-how im Umgang mit Chemikalien und ihrer Entsorgung sowie unsere Spezialgeräte an.“

Häufig Zwischenfälle in Lägern

Wie in den vergangenen Jahren dominierten bei der telefonischen Beratung Anfragen zu Zwischenfällen in Lägern mit 57 % sowie Anrufe zu Unfällen auf der Straße mit 28 %. Bei den Beratungen am Unfallort standen Läger oder Anlagen ebenfalls im Fokus: Knapp zwei Drittel der Beratungen entfielen auf diesen Einsatzort, gefolgt von der Straße mit 31 %. Auch technische Hilfe mit Spezialgerät leistete Tuis vor allem in Lägern/Anlagen (56 %), zu je 22 % auf Straßen und im Schienenverkehr.

2015 konzentrierten sich die Tuis-Einsätze vor allem auf Nordrhein-Westfalen (313), Rheinland-Pfalz (199) und Bayern (90), gefolgt von Hessen (75) und Niedersachsen (23), Brandenburg (20) sowie Berlin mit 16 und Baden-Württemberg mit 14 Einsätzen.

Nachvollziehbarkeit der Statistik bestätigt

TUIS leistet seit 1982 bei Transport- und Lagerunfällen mit chemischen Produkten in Deutschland per Telefon oder am Unfallort fachliche Hilfe. Rund um die Uhr, jeden Tag im Jahr. Berufs- und Freiwillige Feuerwehren, Polizei oder andere Katastrophenschutzhelfer sowie die Deutsche Bahn können bei den TUIS-Werkfeuerwehren kostenlos telefonische Beratung (Stufe 1), Fachleute vor Ort (Stufe 2) und technische Hilfe (Stufe 3) anfordern. An Tuis sind rund 130 Chemieunternehmen mit ihren Werkfeuerwehren und Fachleuten beteiligt.

Die externen Wirtschaftsprüfer von Tüv Rheinland bescheinigten im Rahmen des jährlichen Responsible-Care-Audits die Nachvollziehbarkeit der Statistik der Chemie-Werkfeuerwehren. „Ich freue mich, dass das Verfahren eines Audits auch auf TUIS übertragen worden ist. Damit können wir gegenüber den öffentlichen Einsatzkräften unsere Arbeit bei Transportunfällen mit Chemikalien glaubwürdig und transparent darlegen“, so Haselhorst.

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