Pilotanlage Treibstoff aus Synthesegas – neue Pilotanlage soll zur Marktreife führen

Redakteur: M.A. Manja Wühr

In einem gemeinsamen Projekt wollen der Chemieanlagenbau Chemnitz (CAC) und die TU Bergakademie Freiberg ein Verfahren zur Produktion von hochoktanigen Treibstoffen aus Synthesegas entwickeln und erproben. In Freiberg soll hierfür eine Versuchsanlage entstehen.

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Freiberg, Chemnitz – Bei dem Verfahren kommen zwei neu entwickelte Konverter zum Einsatz. Sie regulieren den Wärmehaushalt bei den exothermen Reaktionen. Der Prozess wird zweistufig durchgeführt und erzeugt über diese zwei Stufen aus Synthesegas ein hochoktaniges Benzin, welches direkt zum Einsatz gelangen kann. Im Gegensatz zu alternativen Varianten ist keine weitere technologische Aufarbeitung nötig. Beide Prozessstufen verlaufen an Katalysatoren, welche speziell für die neue Technologie entwickelt wurden. Die Qualität des Benzins ermöglicht den Einsatz bei aktuell auf dem Markt verfügbaren Kraftfahrzeugen. Es ist keine Neuentwicklung von Motoren erforderlich.

Ausgangsstoff des Verfahrens ist dabei nicht mehr Erdöl, sondern ein gasförmiger fossiler Energieträger, etwa die bisher ungenutzten Erdölbegleitgasen. Perspektivisch ist auch der Einsatz von Kohle oder nachwachsenden Rohstoffen möglich. Vor allem der Einsatz von Erdölbegleitgasen scheint vielversprechend. „Mit den Erdölbegleitgasen ließe sich der jährliche Energieverbrauch in ganz Deutschland decken“, erläutert Prof. Bernd Meyer, Direktor des Instituts für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen. Bisher wurden diese Gase, die sich in Erdöllagerstätten bilden, größtenteils abgefackelt, unter anderem auf Grund von Problemen beim Transport. Nun kann man aus ihnen in Zukunft Kraftstoff gewinnen. „Die neue Technologie macht es möglich, das Gas direkt am Förderloch in transportfähiges Benzin zu verwandeln und so weiter zu nutzen. Gleichzeitig können dadurch CO2-Emissionen reduziert werden, die bei der bisherigen Verbrennung des Gases weltweit in einer Größenordnung von jährlich 100 bis 150 Millionen Tonnen anfallen.“ Die Freiberger Versuchsanlage wird das Verfahren zunächst mit Synthesegas aus Erdgas erproben. Das Verfahren verspricht eine höhere Benzinausbeute bei geringeren Kosten, so die Wissenschaftler.

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