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Trübungsmessung leicht gemacht

Tipps für die Trübungsmessung in der Wasseranalytik

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Probencharakteristika und ihr Einfluss auf die Messung

Auch wenn die Messumgebung und -werkzeuge gut vorbereitet wurden, gibt es noch eine Reihe von Eigenschaften der Probe selbst, die Einfluss auf die Trübungsmessung nehmen. Sofern es sich nicht um einen Standard handelt, ist davon auszugehen, dass die Trübung einer Probe nicht stabil bleibt. Größere, schwerere Partikel setzen sich mit der Zeit ab und führen so zu einer Entmischung in Bezug auf die Trübung. Daher sind Proben so schnell wie möglich nach ihrer Entnahme und Homogenisierung beispielsweise durch Schütteln zu messen.

Die Eigenfärbung einer Probe ist dagegen meist unproblematisch, sofern ein Trübungsmessgerät gemäß ISO-Norm im Einsatz ist. Da diese Geräte im Infrarotbereich messen, fallen Absorptionen im sichtbaren Spektralbereich nicht ins Gewicht. Anders sieht es bei Messungen mit EPA-kompatiblen Messinstrumenten aus. Da diese im sichtbaren Bereich messen, verfälschen gefärbte Proben die Messwerte. Auch Gasblasen streuen Licht, im sichtbaren wie im Infrarotbereich, und sind daher unbedingt zu vermeiden. Vorhandene Bläschen lassen sich auf vier verschiedene Arten wieder entfernen:

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Das Verwenden eines Vorvakuums führt dazu, dass Gasbläschen an die Oberfläche kommen. Ist eine Probe viskos und enthält flüchtige Bestandteile, kann es bei diesem Vorgehen jedoch zu verstärkter Bläschenbildung kommen.

Die Zugabe eines Tensids (z.B. Triton X-100) reduziert die Oberflächenspannung und führt dazu, dass Gasblasen entweichen. Die Probe muss aber sofort nach Zugabe des Tensids gemessen werden, da sich die Partikel, die die Trübung verursachen, beschleunigt absetzen.

Bei der Verwendung eines Ultraschallgeräts zur Entgasung ist besondere Vorsicht geboten, da sich die Form und Größe der Partikel durch die mechanische Einwirkung des Ultraschalls verändern kann. Eventuell zerreißen größere Blasen in viele kleinere, was den Prozess eher noch verkompliziert. Es ist daher empfohlen, das Ultraschallbad einer Probe zunächst auf niedrigster Stufe zu betreiben und die Leistung nur stufenweise zu erhöhen.

Sehr effektiv ist das Erhitzen der Probe. Hier ist zu beachten, dass die erhöhte Temperatur zu einem veränderten Lösungsverhalten der Partikel oder zum Entweichen flüchtiger Probenanteile führen kann. Daher sollte sie vor der Messung wieder auf Zimmertemperatur abgekühlt werden.

Fazit: Fast mehr noch als andere instrumentelle Analysemethoden, setzt die praktische Trübungsmessung an wässrigen Proben im Labor eine sorgfältige Vorbereitung und sauberes Arbeiten voraus. Je nach Zusammensetzung der Probe in Bezug auf Größe, Größenverteilung, Form und Oberfläche der Partikel ist eine vorherige Validierung des Messverfahrens durch den Anwender vor Ort erforderlich. Nur so können genaue und reproduzierbare Ergebnisse erzielt werden.

Hanna Instruments sieht es als seine Aufgabe an, Anwendern hierfür möglichst intuitiv bedienbare und flexibel einsetzbare Messlösungen anzubieten und durch eine ausgeprägte Applikationsberatung bei der fachgerechten Ausführung zu unterstützen.

Treffen Sie die Experten von Hanna Instruments auf der Achema in Frankfurt (11.–15. Juni): Halle 4.1, Stand H78

* Die Autorin ist Anwendungsberaterin bei Hanna Instruments Deutschland GmbH, Vöhringen.

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