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Umweltschonendere Düngemittelproduktion

Thyssenkrupp baut neue Düngemittelanlage in Polen

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

In Polen soll Thyssenkrupp eine neue Düngemittelanlage für Anwil planen und bauen.
In Polen soll Thyssenkrupp eine neue Düngemittelanlage für Anwil planen und bauen. (Bild: Thyssenkrupp Industrial Solutions)

Die Anlagenbauer von Thyssenkrupp Industrial Solutions haben einen Auftrag zum Bau einer neuen Düngemittelanlage in Polen erhalten. Auftraggeber ist Anwil, eine Tochtergesellschaft von PKN Orlen, einem der größten Ölkonzerne in Mittel- und Osteuropa. Die neuen Anlagen zur Produktion von 1265 t Salpetersäure und 1200 t Ammoniumnitrat pro Tag werden in einem bestehenden Chemie- und Düngemittelkomplex am Standort Wloclawek, rund 200 km nordwestlich von Warschau, errichtet. Dabei soll auch das von Thyssenkrupp entwickelte Envi-NOx-Verfahren zur Reduzierung von Treibhausgasen zum Einsatz kommen.

Essen – Der Anlagenbau-Auftrag für Thyssenkrupp mit einem Wert im niedrigeren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich umfasst die Bereitstellung der Technologielizenzen, das Engineering, die Beschaffung und den Bau (EPC) der neuen Anlagen für Anwil. Das Projekt sei ein wesentlicher Baustein eines größeren Investitionsprogramms von Orlen, mit dem das Unternehmen sein Düngemittelportfolio ausbaut und neue Wertschöpfungsketten in der Petrochemie erschließt. Bis 2022 will das Unternehmen die Produktionskapazität für Dünger in Wloclawek um 50 % auf rund 1,461 Millionen Tonnen pro Jahr steigern, um die wachsende Nachfrage zu bedienen.

Die Chemieindustrie stehe heute mehr denn je vor der Herausforderung, profitabel und zugleich klimaschonend zu wachsen. Mit der Realisierung dieser hochmodernen, emissionsarmen Anlage leisten Anwil und Thyssenkrupp in Polen gemeinsam einen wichtigen Beitrag, so Sami Pelkonen, CEO Chemical and Process Technologies bei Thyssenkrupp Industrial Solutions.

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Zur Behandlung der Abgase aus der Salpetersäureproduktion soll die patentierte Technologie zur Reduktion von Treibhausgasen Envi-NOx zum Einsatz kommen. Das Verfahren wandelt umweltschädliches Lachgas (N2O) und andere Stickoxide mit Hilfe eines speziellen Katalysators in die Luftbestandteile Stickstoff, Sauerstoff und Wasser um. Dadurch werden die jährlichen Emissionen der neuen Anlage um rund 3200 t Lachgas und 1000 t Stickoxide reduziert, so das Unternehmen.

Da die klimaschädigende Wirkung (Global Warming Potential) von Lachgas laut Thyssenkrupp um rund 310-mal stärker eingeschätzt wird als die von Kohlendioxid (CO2), entspräche dies einer Treibhausgas-Reduktion von rund einer Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Weltweit würden heute schon mehr als 20 Envi-NOx-Systeme zu einer klimafreundlicheren Salpetersäureproduktion beitragen. Weitere Anlagen befänden sich im Bau.

So verteilen sich über 600 neuen Anlagenbauprojekte im Jahr 2018 weltweit

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