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Länderreport Thailand

Thailands Pharmamarkt bleibt dynamisch

| Autor / Redakteur: Waldemar Duscha, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Hohe Importstatistik

Infolge der hohen Auslandsabhängigkeit dokumentiert vor allem die Importstatistik die hohe Dynamik des Marktes. Im Jahr 2011 belief sich der Import von Medikamenten auf zwei Milliarden US-Dollar - was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs um 15,9 Prozent entsprach nach einem ebenso herausragenden Wachstum von 19,3 Prozent im Jahr 2010. Die meisten Produkte kamen 2011 aus den USA mit einem Importanteil von 16,0 Prozent - danach folgten VR China und Japan (jeweils 9,8 Prozent), Deutschland (6,3 Prozent), Indien (6,2 Prozent), Frankreich, Schweiz (5,0 Prozent) und das Vereinigte Königreich (4,7 Prozent). Wertmäßig entfällt somit rund die Hälfte des Marktumsatzes auf Importprodukte. Hinsichtlich der zur lokalen Produktion verwendeten Rohmaterialien soll es sich sogar zu 90 Prozent um importierte chemische Vorprodukte handeln.

Export stagniert

Thailands Export von pharmazeutischen Produkten belief sich 2011 etwa gleich hoch wie im Vorjahr auf 10,5 Milliarden Baht. Die wichtigsten Abnehmerländer waren hierbei Vietnam (15,5 Prozent), Myanmar (15,0 Prozent), Belgien (10,0 Prozent), Kambodscha (7,6 Prozent), Philippinen (5,9 Prozent) und Malaysia (5,7 Prozent). Deutschland stand mit einem Anteil von 1,6 Prozent auf Rang 14.

Zusätzliche Impulse verspricht auch die volle regionale Integration ab 2015 im Rahmen der ASEAN Economic Community (AEC). Neben der Entstehung eines gemeinsamen Marktes mit rund 600 Millionen Konsumenten impliziert die AEC eine breite regionale Produktionsbasis mit einem freien Verkehr von Gütern, Dienstleistungen, Investitionen, Kapital und Arbeitskräften. Die letzten Importzölle fallen, gleiches gilt auch für nichttarifäre Handelsbeschränkungen. Der breitere Markt impliziert für kleine und mittlere Unternehmen sicher größere Herausforderungen infolge des wachsenden Wettbewerbsdrucks - aber auch bedeutende Chancen, sich durch Übernahmen, Fusionen oder Joint Ventures stärker für die Zukunft aufzustellen.

Gesundheitstourismus

Thailands Industrie hat hier einiges Potential. Begünstigt durch die zentrale geographische Lage kommt nicht zuletzt der regional herausragenden Gesundheitsversorgung eine große Bedeutung zu. Thailand ist auf dem besten Wege, sich als Drehscheibe des Gesundheitstourismus zu profilieren, schon heute kommen jedes Jahr rund zwei Millionen ausländische Patienten ins Land für alle möglichen Behandlungen vom Routine-Check über Bypass-Operationen bis zur Stammzellenkur. Dies schafft zusätzliche Nachfrage nach Arzneimitteln seitens der Krankenhäuser.

Pflanzliche Arzneimittel

Ein wichtiger Zukunftszweig könnte in pflanzlichen Arzneimitteln heranwachsen, postulierte zum Jahresbeginn die Pharmagruppe der Federation of Thai Industries. Die Verbandsexperten beklagen, dass medizinische Pflanzen bisher überwiegend auf der traditionellen Medizin basierten, während es kaum klinische Testversuche gäbe - abgesehen von wenigen Beispielen wie etwa Namwa-Bananen gegen Magenprobleme oder Ingwer gegen Gelenkschmerzen. Laut dem Gesundheitsministerium nimmt der Einsatz aber zu, und auch sämtliche dem Ministerium unterstellten Krankenhäuser bieten pflanzliche Medizin als alternative Behandlung an. Offiziell registriert auf der "National List of Essential Medicine" seien bisher 71 pflanzliche Arzneimittel, wobei sich der landesweite Umsatz in Krankenhäusern und Gesundheitsstationen auf rund 5 Millionen US-Dollar belaufe.

Institutionell steht dem Königreich für das weitere F&E-Potential eine ganze Reihe von öffentlichen und privaten Einrichtungen zur Verfügung. Neben der Food and Drug Administration sind dies folgende: Pharmaceutical Association of Thailand (Royal Patronage), Thailand Science Park, National Center for Genetic Engineering and Biotechnology, National Science and Technology Development Agency, National Innovation Agency, Health Systems Research Institute und Thailand Center of Excellence for Life Sciences. Wissenschaftliche Fakultäten für Pharmakologie bestehen an den Universitäten von Chiang Mai, Hauchiew Chalermprakiet, Khon Kaen, Mahidol, Naresuan, Prince of Songkla, Rangsit, Silpakorn und Srinakharinwirot.

* Quelle: Germany Trade and Invest

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