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Biogas und Anlagenbau Technologietreiber EEG? Startschuss für Methan aus Biomasse

Redakteur: Dominik Stephan

Viel gelobt und viel gescholten: Seit seinem Inkrafttreten vor 20 Jahren hat das EEG den deutschen Strommix revolutioniert und neue Technologien befördert. Dazu gehören auch die Biogasanlagen – doch die kommen zum Teil langsam in die Jahre. Wie kann die Branche Ihre Position sichern?

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(Bild: Weltec Biopower)

Mit der Einführung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) am 1. April 2000 wurde in Deutschland der Grundstein zum Ausbau erneuerbarer Energien gelegt. Darin wurden zwei elementare Ziele verankert: Zum einen erhielt Strom aus regenerativen Quellen im Netz Vorrang gegenüber konventionellem Strom. Zum anderen wurde Investitionssicherheit für die Marktakteure geschaffen, indem der Gesetzgeber Vergütungssätze für das Angebot erneuerbarer Energien fixierte.

Die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre spricht für sich – das EEG ist ein Erfolgsmodell: Seit dem Inkrafttreten ist der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch kontinuierlich gestiegen; von 6,2 Prozent im Jahr 2000 auf 42,1 Prozent in 2019.

Diese Quote entspricht 244 Milliarden Kilowattstunden aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Davon gehen elf Prozent auf Bioenergie zurück. Bei der Wärmeerzeugung beträgt der Anteil Erneuerbarer 39 Prozent, wovon sogar 34 Prozent auf Bioenergie basieren.

300 Anlagen: Biogasboom danke EEG

„Regenerative Energien sind also hierzulande die Stromquelle Nummer eins und das EEG als wirksames Instrument ist weltweit zum Vorbild für einen systematischen, gesellschaftlich akzeptierten Ausbau avanciert“, unterstreicht etwa Jens Albartus, der Geschäftsführer des Biogasanlagenherstellers Weltec Biopower. „Durch das Gesetz und seine Anpassungen an neue Marktbedingungen wurden zudem stetig neue Technologien hervorgebracht, die heute unverzichtbarer Bestandteil in vielen rentablen Energieanlagen sind.“

Gerade die Innovationen sind die Treiber des weltweiten Ausbaus erneuerbarer Energien, an dem deutsche Unternehmen einen großen Anteil haben – und sich damit als Technologieführer positionieren konnten. So hat Weltec im Laufe der Jahre über 300 Anlagen in 25 Ländern auf fünf Kontinenten geplant und errichtet.

Ist die Technologieführerschaft gefährdet?

„Um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben und um weiterhin die Arbeitsplätze in dieser Branche zu sichern, müssen wir uns jetzt in Deutschland verstärkt den Bestandsanlagen widmen und dringend intelligente Anschlusslösungen finden; speziell für diejenigen, die in den nächsten Jahren aus der 20-jährigen EEG-Förderung fallen“, betont Albartus.

Immerhin wird Biogas unabhängig von Wind und Sonne produziert und könnte so eine wichtige Rolle im erneuerbaren Energiemix spielen. Darüber hinaus kann aus Biogas gewonnenes Methan etwa zur Treibstoffgewinnung oder als Grundstoff für Basischemikalien genutzt werden.

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