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PROCESS-Interview Großanlagenbau Technologiestärke und Internationalität – damit will Uhde seine Spitzenstellung im Großanlagenbau behaupten

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Nur Großanlagenbauer, die ihr internationales Netzwerk ausbauen und vernetzt an Projekten arbeiten, werden in Zukunft im internationalen Wettbewerb an der Spitze mitspielen. Das ist die Kernaussage von Dr. Michael Thiemann, neuer Vorsitzender der Uhde-Geschäftsführung, im exklusiven PROCESS-Interview.

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„Durch intelligente Arbeitsteilung können wir rund um die Uhr Großprojekte bearbeiten“ - Dr. Ing. Michael Thiemann
„Durch intelligente Arbeitsteilung können wir rund um die Uhr Großprojekte bearbeiten“ - Dr. Ing. Michael Thiemann
( Archiv: Vogel Business Media )

PROCESS: Herr Dr. Thiemann, im letzten Jahr hatte der deutsche Großanlagenbau ein Luxusproblem. Die Auftragsbücher waren so gut gefüllt, dass die Unternehmen einen Mangel an Ingenieurskapazitäten beklagten. Wie stellt sich die Situation inmitten der Wirtschaftskrise für Uhde dar?

Dr.-Ing. Michael Thiemann: Uhde hat noch einen sehr guten Auftragsbestand aus dem Vorjahr, der aber langsam abgearbeitet wird. Das heißt, auch wir brauchen neue Projekte. Mittlerweile scheint sich aber eine Trendwende anzudeuten, denn die Zahl der Anfragen wird mehr, und auch Auftragseingänge sind wieder zu verzeichnen. Erst kürzlich haben wir einen Auftrag für den Bau einer LDPE-Anlage in Katar erhalten, der einen Eingangswert von 550 Millionen US-Dollar hat. Aber die Zeiten, in denen man wählerisch sein konnte, sind definitiv vorbei.

PROCESS: Das heißt, die Projekte sind sehr viel härter umkämpft als zu den Boomzeiten.

Thiemann: Die Situation hat sich gewandelt. Die Zahl der Projekte ist gesunken, aber die Zahl der Bieter ist gleich geblieben oder gar leicht steigend. Sie rutschen von einem Seller-Market in einen Buyer-Market, der sehr wettbewerbsintensiv ist. Hier müssen und werden wir uns behaupten.

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