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Supply Chain Management Supply Chain Management auf dem Prüfstand

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Im Supply Chain Management (SCM) werden Flexibilität und Nachhaltigkeit erheblich an Bedeutung gewinnen, so eine Studie von Horváth & Partners. Die neuen Ziele machen Anpassungen in punkto Strategie, Organisation, Prozesse sowie Controlling unabdingbar. Die Befragung zeigt zudem viele Ansatzpunkte, wie diese Ziele besser erreicht werden können.

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Optimierungspotenzial in den funktionellen Bereichen (Quelle: Horvath & Partner)
Optimierungspotenzial in den funktionellen Bereichen (Quelle: Horvath & Partner)

Die obersten strategischen Ziele des Supply Chain Managements werden künftig andere sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Supply Chain Performance Management“ der Managementberatung Horváth & Partners. Zurzeit liegt der Fokus noch auf der Kosteneffizienz: Zwei Drittel der Studienteilnehmer benennen diese als aktuell wichtigstes Ziel. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet jedoch, dass künftig die Flexibilität besonders wichtig sein wird. Und ein knappes Drittel bescheinigt auch der Nachhaltigkeit, die aktuell noch eher ein Schattendasein fristet, künftig eine hohe Bedeutung. Das macht Anpassungen unabdingbar – von der Strategie über Organisation und Prozesse bis zum Controlling. Doch viele Unternehmen sind für diese Herausforderung unzureichend gerüstet.

Selbst das aktuell oberste Ziel Kosteneffizienz wird nur unzureichend umgesetzt. Lediglich 35 Prozent der Befragten glauben Kos-teneffizienz ausreichend erreicht zu haben. Mit 38 Prozent stellen sich hier Chemie-, Pharma- und Ölunternehmen noch die besten Noten aus. Auch in punkto Flexibilität und Nachhaltigkeit sieht sich die Branche gut aufgestellt: So glauben 54 Prozent der befragten Firmen aus den genannten Prozessindustrien die gewünschte Flexibilität zu erreichen. Dies können jedoch nur 39 Prozent der Branche Industriegüter von sich sagen. Die Werte für die Nachhaltigkeit sehen noch schlechter aus. Hier stehen 31 Prozent des Sektors Chemie/Öl/Pharma acht Prozent des Sektors Industriegüter entgegen. Die größten Optimierungspotenziale sieht die Sparte Chemie/Öl/Pharma in der Distribution/Ordermanagement sowie der Beschaffung.

Lösungsansätze

Unternehmen, die ihre Strategie, ihre Prozesse und ihr Steuerungskonzept aufeinander abgestimmt haben, erzielen – so die Studie – eine höhere Leistungsfähigkeit in ihrer Supply Chain. „Gerade im Hinblick auf die Kosteneffizienz als aktuell oberstem strategischen Ziel, aber auch hinsichtlich der stark an Bedeutung gewinnenden Nachhaltigkeit können Unternehmen durch eine bessere Abstimmung der Prozesse auf die Strategie sehr positive Wirkungen erzielen“, so Studienleiter Ulrich Zinn von Horváth & Partners. „Dazu muss aber natürlich zunächst eine klare und praktikable Supply Chain-Strategie auch erarbeitet werden.“ Wie die Studie zeigt, ist die Implementierung von strategiebasierten Prozessen in der Supply Chain sowie der Aufbau entsprechender Organisationsstrukturen und Kennzahlen in der Chemie-, Öl und Pharmaziebranche weit vorangeschritten. Jedoch ergab die Befragung im zugehörigen Maßnahmencontrolling ein deutliches Defizit. Hier gilt es aufzuholen: Denn um die anvisierten Optimierungsmaßnahmen auch zum Erfolg zu führen, bedarf es einer entsprechenden Steuerung.

Christian Daxböck, Themenverantwortlicher SCM bei Horváth & Partners, zieht denn auch ein gemischtes Fazit: „Die Bedeutung eines durchgängigen Konzepts von der Strategiedefinition über die Umsetzung bis zum Maßnahmencontrolling ist zwar den Supply Chain-Verantwortlichen in aller Regel bewusst, aber die einzelnen Aufgaben werden noch unzureichend umgesetzt. Hier liefert unsere Studie eine Reihe von Ansatzpunkten, wie die verschiedenen Ziele des Supply Chain Managements besser erreicht werden können.“

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