Cybersicherheit Studie warnt – Deutscher Mittelstand kaum gegen Cyberrisiken abgesichert

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Der Spezialversicherer Hiscox hat zum sechsten Mal die internationale Studie „DNA of an Entrepreneur Report“ zur Lage und Selbsteinschätzung kleiner und mittelständischer Unternehmen in den sechs westlichen Industrienationen Deutschland, Großbritannien, USA, den Niederlanden, Frankreich und Spanien veröffentlicht. Im Fokus: Das Thema Cybersicherheit – mit alarmierendem Ergebnis.

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Die Studie zeigt: Deutsche KMU sind kaum gegen Cyberrisiken abgesichert.
Die Studie zeigt: Deutsche KMU sind kaum gegen Cyberrisiken abgesichert.
(Bild: Hiscox)

München – Demnach sichern sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland weiterhin ungenügend gegen Cyberrisiken ab. Die alarmierenden Werte aus dem Vorjahr haben sich noch weiter verschlechtert: 95 % besitzen keine Versicherung gegen Onlinekriminalität (2013: 94 %). 38 % halten Datenverlust für ein bedeutendes Risiko, sind aber dennoch nicht dagegen versichert (2013: 31 %). 28 % der Unternehmen haben kein systematisches Backup-System und stehen bei Datenverlust somit schnell vor dem Aus (2013: 22 %). In allen Kategorien sind deutsche KMU unter allen untersuchten Ländern am schlechtesten abgesichert.

„Erst vergangene Woche hat das Bundeskriminalamt das Bundeslagebild Cybercrime 2013 veröffentlicht. Es zeigt: Die Sicherheitslage bei Cyberrisiken bleibt hochgradig angespannt. Vor diesem Hintergrund sollten kleine und mittelständische Unternehmen die Absicherung von Cyberrisiken energisch vorantreiben und keinesfalls zurückfahren, wie es gegenwärtig geschieht. Wer jetzt kein adäquates Risikomanagement aufbaut, kann aus heiterem Himmel hart getroffen werden“, kommentiert Robert Dietrich, Generalbevollmächtigter von Hiscox Deutschland.

Nach den vielen Cybervorfällen und Geheimdienstskandalen im vergangenen Jahr wuchs zwischenzeitlich zumindest das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit sensiblen Daten. Gaben 2013 noch 41 % der Befragten an, sichere Daten unverschlüsselt zu mailen, sind dies 2014 nur noch 25 %. Dazu Robert Dietrich: „Das Risikobewusstsein deutscher KMU scheint durch die NSA-Affäre und den Wirbel um die Enthüllungen durch Edward Snowden geschärft worden zu sein – zumindest hinsichtlich des Umgangs mit sensiblen Daten.“

Wirtschaftlicher Erfolg trotz unterschätzter Risiken

Trotz ihres häufig fahrlässigen Umgangs mit digitalen Risiken bleiben deutsche KMU wirtschaftlich auf der Überholspur und führen in allen gemessenen Erfolgskategorien den Ländervergleich an: 59 % der Unternehmen steigerten im Vorjahr ihren Umsatz, 57 % ihren Gewinn. 70 % der deutschen Unternehmen konnten mehr Neukunden als im Vorjahr akquirieren, 23 % zusätzliches Personal einstellen. Bei Aufträgen und positiver Auslastung konnten sich 58 % steigern.

Erfolg ist das Produkt harter Arbeit. Mit durchschnittlich 42,3 Stunden pro Woche arbeiten deutsche Unternehmer am meisten. Mehr auf der nächsten Seite. Hier können Sie auch eine Zusammenfassung der Studienergebnisse als pdf herunterladen.

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