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Engineering-Prozesse Studie fordert mehr menschliche Kreativität bei Engineering 4.0

| Redakteur: Matthias Back

Wie sich Engineering-Prozesse in der Industrie 4.0 verändern und welche Perspektiven sich daraus ableiten lassen, wurde jetzt in einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) untersucht. Die Autoren der Studie entwickeln das ganzheitliche Modell des Partizipativen Engineerings, das die interdisziplinären und kreativen Aspekte von Engineering-Prozessen mitberücksichtigt.

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Einer Studie zufolge ist Engineering ein kreativer Prozess, der nicht von regelbasierten Maschinen geleistet werden kann.
Einer Studie zufolge ist Engineering ein kreativer Prozess, der nicht von regelbasierten Maschinen geleistet werden kann.
(Bild: © fotohansel - Fotolia)

Berlin – Bisher wurden hauptsächlich Fragen und Herausforderungen in den Bereichen Produktion und Logistik in der Diskussion um Industrie 4.0 bearbeitet. Bei diesen Prozessen stehen Optimierung und Regelung im Mittelpunkt. Engineering 4.0 hingegen umfasst nicht nur die optimale Umsetzung von Prozessen, sondern auch deren kreative Aspekte. In der Studie „Engineering 4.0 - Veränderung von Engineering-Prozessen im Rahmen von Industrie 4.0. Bestandsaufnahme & Perspektiven“, die im Rahmen des Technologieprogramms „Autonomik für Industrie 4.0“ veröffentlicht wurde, werden mithilfe von Experteninterviews und umfassender Recherche die aktuellen Entwicklungen von Engineering 4.0 aufgeführt.

Außerdem werden die Herausforderungen auf rechtlicher, organisatorischer und technischer Ebene analysiert und durch entsprechende Handlungsempfehlungen ergänzt. Ziel der Handlungsempfehlungen ist die Weiterentwicklung hin zu einem vollständig in die digitale Wirtschaft integrierten Engineering. Doch gilt es viele Zwischenstufen bis dahin zu bewältigen.

Engineering 4.0 führt zu Veränderungen in der Arbeitsorganisation

Engineering 4.0 wird zu einem wirtschaftlichen und technischen Schlüsselelement der digitalen Produktion. 70 bis 80 Prozent der späteren Produktionskosten werden bereits durch das Produktionsdesign festgelegt. Innovative Gestaltungsmöglichkeiten der Automatisierung von Produkten und Dienstleistungen werden bislang nicht voll ausgeschöpft und bergen hohe Innovationspotenziale. Deshalb zieht Engineering 4.0 eine (schrittweise) Veränderung der Arbeitsorganisation mit sich. Zukünftig wird es im Bereich der Produktgestaltung eine stärkere temporäre Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams über Unternehmensgrenzen hinweg geben.

Das in der Studie entwickelte Modell des Partizipativen Engineering verdeutlicht die Notwendigkeit der ständigen Interaktion zwischen den einzelnen Ebenen entlang der Wertschöpfungskette. Matthias Künzel, einer der Autoren, ergänzt: „Engineering 4.0 ersetzt weder Forschung & Entwicklung noch Kreativität.“ Hier zeigt sich, dass Engineering ein kreativer Prozess ist, der nicht von regelbasierten Maschinen geleistet werden kann. Die Produktion kann zwar autonom optimiert werden, doch wird das Produkt nicht weiterentwickelt. Der Mensch bleibt somit weiterhin der bestimmende Akteur in der Produktion.

Weitere Informationen zu Autonomik in der Industrie 4.0 finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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