Worldwide China Indien

Erneuerbare Energien: Fallwindkraftwerk

Strom aus Wind mal anders

| Redakteur: Dana Hoffmann

Der Turm einer geplanten Fallwindanlage in einer Illustration.
Der Turm einer geplanten Fallwindanlage in einer Illustration. (Foto: youtube.com/CleanWindEnergy)

In Arizona soll ein gigantisches Fallwindkraftwerk gebaut werden, das nichts braucht als Luft und die liebe Sonne. Dazu relativ wenig Wasser und relativ viel Geld. Wenn alles funktioniert, geht es schon 2018 ans Netz und wird für seine Stakeholder zum Quell jahrzehntelanger Freude.

Alle wollen saubere Energie und das zugehörige reine Gewissen. Die wenigsten Deutschen akzeptieren allerdings die entsprechenden Anlagen in ihrer unmittelbaren Umgebung. Wie steht es aber um die Ästhetik von Kühltürmen der konventionellen Kraftwerke, ob mit Kohle, Gas oder per Atomreaktionen angeheizt? Wer sie ob ihrer vollendeten Formen schöner findet und gut betucht ist, kann sich sein grünes Gewissen nun kaufen. Ein amerikanisches Unternehmen sucht noch Investoren.

Premiere in der Wüste Arizonas

Das US-Unternehmen Solar Wind Energy Tower (SWET) residiert in Annapolis Maryland und träumt im ganz großen Maßstab. In der Nähe von San Luis will es in den kommenden Jahren ein Kraftwerk in die karge Landschaft setzen, das die Welt noch nicht gesehen hat. Bis zu 685 Meter soll der Turm groß werden, womit er das höchste Bauwerk in Nordamerika wäre. Der Durchmesser wird 150 Meter betragen und die Gesamtkosten belaufen sich nach unbestätigten Meldungen auf bis zu 1,5 Milliarden Dollar.

Das erst 2010 gegründete Unternehmen hat jahrelang nach einem Standort für das erste Kraftwerk dieser Art gesucht und sich für ein zweieinhalb Quadratkilometer großes Areal in der Wüste Arizonas entschieden. Es erfüllt die Grundvoraussetzungen an das Gelände, die Wasserverfügbarkeit, Strom- und Verkehrsinfrastruktur – und an das Klima. Denn das muss heiß sein. Je heißer, umso besser. Der perfekte Standort für den SWET bietet durchgängig hohe Lufttemperaturen. Angestrebt wird ein 24-Stundenbetrieb, der dort möglich ist, wo die Umgebungsluft auch nachts nicht wesentlich abkühlt.

Strom aus heißer Luft

Der Turm wird als Hyperboloidbau als riesiger Zylinder aus gewöhnlichen Baustoffen und industriellen Standardteilen konstruiert. Genau wie ein Industrie-Kühlturm ist er innen hohl und nach oben offen. Nicht-temperiertes Wasser wird an den oberen Rand gepumpt und aus umlaufenden Düsen zum Zentrum hin zerstäubt, sodass eine Schicht aus Sprühnebel entsteht, die die gesamte Fläche der Turmöffnung bedeckt.

Die heiße Luft oberhalb des Turms trifft auf das kältere Wasser. Es kommt zu einem Temperaturausgleich zwischen den beiden Stoffen. Die Luft nimmt das Wasser auf, das also verdunstet. Das Gemisch sinkt im Turm-Inneren nach unten und erzeugt gleichzeitig einen Sog, der neue heiße Luft von oben nachzieht. Diese nach unten gerichtete Luftbewegung ist der namensgebende Fallwind. Er kann Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h erreichen. Am Fuße des Turms sind rundum Tunnel eingelassen, in die mehrstufige Turbinen eingepasst sind. Sie werden vom Wnd durchströmt und geraten in Bewegung. Die Bewegungsenergie wird schließlich in Generatoren in elektrische Energie umgewandelt.

Ein selbsterhaltendes System mit null Emissionen

Bei besten Bedingungen soll die Anlage nach Berechnungen des unternehmenseigenen Tools 1250 Megawattstunden pro Stunde bereitstellen. Mit klimatischen Schwankungen über den Tages- und Jahresverlauf soll ein stündlicher Erzeugungsdurchschnitt von immerhin 435 Megawattstunden realistisch sein. Damit entspricht die Leistung des künftigen Arizona-Turms nach Unternehmensangaben der Hälfte eines durchschnittlichen amerikanischen Atomkraftwerks oder einer Photovoltaikanlage von 40.000 Quadratkilometern Fläche. Die Leistung kann durch die Anbringung von weiteren Rotoren an der Außenhülle des Turms weiter gesteigert werden.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42684651 / Forschung&Entwicklung)